Kundalini Yoga und die Darmgesundheit

Kundalini Yoga und eine yogische Lebensweise wirken positiv auf die Darmgesundheit, weil viele der Yogaübungen den Darm massieren und bewegen. Du kannst das sogenannte Mikrobiom des Darms (siehe Erklärung) durch eine vertiefte Atmung besser mit Sauerstoff versorgen. Außerdem wirkt meditatives und entstressendes Kundalini Yoga positiv auf die sogenannte Darm-Hirn-Achse. Ballaststoffreiche Ernährung und das Trinken von viel Wasser halten den Darm gesund. Rück- und Vorwärtsbeugungen, Hockübungen und Drehübungen massieren den Darm und der sogenannte Feueratem regt das Verdauungsfeuer und den Stoffwechsel an. Kundalini Yoga ist also essenziell für die Darmgesundheit.

Kundalini Yoga, die Darmgesundheit und die Darm-Hirn-Achse

Ein Geflecht aus schätzungsweise 100 Millionen Nervenzellen durchzieht unseren Darm. Dieser Teil des unbewussten Nervensystems funktioniert eigenständig und es kontrolliert die Durchblutung des Darms, seine Bewegungen und einige Funktionen des Immunsystems. Unser Darm kann quasi eigenständig „denken“ und vielfältige Prozesse in Gang bringen.

Der Darm erhält  Anweisungen aus dem Gehirn und sendet auch selbst Signale dorthin. Darm und Gehirn kommunizieren über Nervenbahnen (Darm-Hirn-Achse), aber auch mittels im Darm gebildeter Hormone (Botenstoffe) miteinander.  Wenn diese Kommunikation gestört ist, dann schlägt sich das daraus resultierende Unwohlsein auf die Stimmung nieder und kann sogar Depressionen verursachen. Es gibt Anzeichen, dass spezielle Darmbakterien die Hirnaktivität verändern und das seelische Gleichgewicht je nachdem negativ oder positiv beeinflussen können. Kundalini Yoga ist optimal für die Darmgesundheit, weil die Yogaart entstressend auf den Darm wirkt.

Kundalini Yoga, die Darmgesundheit und das Mikrobiom des Darmes

Das Mikrobiom ist die Gesamtheit aller Kleinstlebewesen, die einen Makroorganismus besiedeln. Das Mikrobiom des Makroorganismus Mensch besteht aus Bakterien (Einzeller) und Pilzen. Ein Mensch hat ungefähr 30 Billionen Körperzellen und ist von zirka 39 Billionen Mikroorganismen bevölkert. Unsere Mikrobiome überwiegen also die Zahl unserer Körperzellen und leben auf und in unseren Körpern wie auf einem sie versorgenden Planeten. Es wird vermutet, dass 500 bis 1.000 verschiedene Bakterienarten gleichzeitig im und am Menschen leben.  Die Zusammensetzung des Mikrobioms ist bei jedem Menschen einzigartig. Mit vielen der ihn bewohnenden Mikroorganismen lebt der menschliche Körper in Symbiose. Für unzählige Funktionen unseres Körpers ist ein gesundes Mikrobiom wichtig.

Die meisten der Kleinstlebewesen existieren auf der Haut und im Darm.  Hier bilden sie die sogenannte Darmflora.  Um die Nahrung optimal aufnehmen und verstoffwechseln zu können, benötigen wir unsere Darmbakterien.

In erster Linie ist eine gute Ernährung wichtig für ein starkes und gesundes Mikrobiom. Doch auch Stress, zu wenig Bewegung und eine schlechte Atmung schwächen unser Mikrobiom. Durch vielfältige Atem- und Entstressungsübungen sorgt das Praktizieren von Kundalini Yoga für eine gute Darmgesundheit.

Kundalini Yoga, Darmgesundheit und der Rücken

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Auch Rückenprobleme können ihre Ursache in einer schlechten Verdauung, einer daraus resultierenden schwachen Darmperistaltik und in Blähungen haben.  Der Darm ist  acht Meter lang ist und muss durch ungesundes Essen bedingt mit Verschlackungen kämpfen. Häufig wird dabei zu viel Gas im Darm gebildet, darunter Kohlenstoffdioxid. In der Folge kann der Darm träger werden.  Auch seelische Spannungen schlagen auf den Darm und spiegeln sich in der Ernährung wider. Betroffene essen einseitig, hastig und verschlucken dabei Luft.  Der Dickdarm ist milliardenfach mit Bakterien übersät, im Dünndarm ist die Besiedelung geringer. Kommt es zur Fehlbesiedelung von Bakterien im empfindlichen Dünndarm, dann können heftige Blähungen entstehen, die nicht nur Bauchweh, sondern auch Rückenschmerzen machen.

Fünf Fragen für die Darmgesundheit

  • Wie kannst du genießen, was du isst?  
  • Bist du gestresst, wenn du isst oder wenn du ans Essen denkst?
  • Wie kannst du besser für deine Ernährung sorgen?
  • Wenn du Lebensmittel einkaufst, hetzt du dann durch den Laden oder genießt du es, die Lebensmittel zu finden, die dich am besten unterstützen?
  • Wie kannst du achtsamer und gesunder mit deiner Verdauung und mit all den Gedanken, Gefühlen und Stressfaktoren umgehen, die dir Bauchweh bereiten?

Kundalini Yoga Set für die Darmgesundheit

1. Windmühle (nur nach links)

Anleitung: Ausgangsposition Standhaltung. Die Füße stehen etwas weiter als schulterbreit auseinander. Strecke die Arme seitlich parallel zum Boden aus, die Handflächen weisen nach unten.

Drehe dich nach links und beuge dich dann von der Hüfte aus nach vorn, wobei du die rechte Hand zum linken Fuß und den linken Arm gerade nach hinten oben führst.

Richte dich auf und beuge dich erneut nach links. Tipp: Halte den Kopf in der Vorwärtsbeuge neutral. Drehe ihn nicht, um auf die obere Hand zu schauen.

Fahre mit der Auf- und Abwärtsbewegung in einem Rhythmus von etwa 10 Sekunden pro Zyklus für eine Minute fort.

2. Windmühle (nur nach rechts)

Anleitung: Ausgangsposition Standhaltung, aber wechsle zur anderen Hand und zum anderen Fuß und wiederhole die Übung für eine Minute zur rechten Seite hin.

 3. Vorwärtsbeugungen nach links UND rechts

Anleitung: Ausgangsposition Standhaltung, wechsle aber jedes Mal die Seite und halte fünf Sekunden lang inne, wenn die Hand den Fuß berührt. Übe für drei Minuten.

4. Vorwärtsbeugungen nach links UND rechts mit Pause

Anleitung: Die gleiche Bewegung wie in Übung drei, pausiere aber für 25 Sekunden, wenn die jeweilige Hand den gegengleichen Fuß berührt, beziehungsweise wenn du die Hand in Richtung Fuß führst. Übe für zwei Minuten.

Wichtiger Tipp für diese Übungen: Wenn du mit der Hand den Fuß nicht erreichst, dann kannst auch dein Schienbein oder dein Knie (o.ä.) berühren. Achte darauf, dass dein Rücken nicht zu krumm ist.

5. Entspanne

Anleitung: Entspanne für drei Minuten in der Rückenlage.

6. Seitbeugen

Anleitung: Stelle dich hin, die Beine sind hüftbreit voneinander entfernt, die Arme parallel zum Boden gerichtet und die Handflächen weisen nach unten. Beugen dich von der Hüfte aus zur linken Seite und lasse den linken Arm auf der linken Oberschenkelaußenseite heruntergleiten, während du den rechten Arm nach oben hebst und nach links schiebst.

Komme zurück in die Ausgangsposition. Beugen dich von der Hüfte aus zur rechten Seite und lasse den rechten Arm auf der rechten Oberschenkelaußenseite heruntergleiten, während du den linken Arm nach oben hebst und nach rechts schiebst. Kehre in die Ausgangshaltung zurück und fahre mit den Seitbeugen für eine Minute fort.

7. Drehbewegung im Stehen

Anweisung: Standhaltung, die Beine sind hüftbreit voneinander entfernt, die Arme parallel zum Boden gerichtet und die Handflächen weisen nach unten.

Einatmen, während du den Oberkörper und die Arme ganz nach links drehst, ausatmen, ausatmen in der Ausgangsposition, einatmen, während du dich nach rechts drehst, und ausatmen, um in die Mitte zurückzukehren, wobei du die Arme immer in einer geraden Linie zueinander hältst. Übe für eine Minute.

Abschluss: Entspanne für 11 Minuten

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