Über den Sinn

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.“ ~ Viktor Frankl

Fast jeder Mensch hat das Bedürfnis, seinem Leben einen Sinn zu geben.  Er muss jedoch eigenverantwortlich herausfinden,  was seinem Leben Bedeutung gibt.  Wenn eine Person in ihren Erlebnissen und Erfahrungen einen Sinn entdecken kann, dann kann sie ihre Kräfte bündeln, um Krisensituationen zu bewältigen.  Hierzu ist es unerlässlich, dass der Mensch wahrnehmen kann, was ihm wirklich wichtig ist.

Die Ziele der Menschen sind unterschiedlich und von ihren Werten abhängig. Werte sind erstrebenswerte oder als moralisch gut betrachtete Eigenschaften. Werte können uns in schwierigen Situationen leiten und uns helfen, ein erfülltes Leben zu führen.  Die schöne Webseite (u.a. von der Unverpackt-Gründerin Milena Glimbovski) unterstützt dich darin, deine wichtigsten Werte herauszuarbeiten: Ein guter Plan

Die auf den Arzt, Therapeuten und Philosophen Victor Frankl  zurückzuführende Logotherapie geht davon aus, dass das Leben einen bedingungslosen Sinn hat, „den es unter keinen Umständen verliert. Allerdings kann sich dieser Sinn menschlichem Begreifen entziehen. Insofern ist er eine den Menschen übergreifende Größe, die jeweils aufs Neue erspürt, erahnt, entdeckt und wahr gemacht werden muss“. 

„Die letzte der menschlichen Freiheiten besteht in der Wahl der Einstellung zu den Dingen.“

Viktor Frankl

Jede Glaubensrichtung und Philosophie ist von Werten bestimmt. Im Mittelpunkt jeder Religion steht der Glaube, dass etwas Größeres existiert als wir selbst.  Die hinduistische Religion nennt das Jenseits die wirkliche Welt. Das Diesseits, in dem wir leben, wird als Maya bezeichnet.  Maya bedeutet übersetzt Illusion oder Zauberei. Maya ist Ausdruck der schöpferischen Kraft des Göttlichen, die gleichzeitig von ihm verhüllt wird. Der Sinn des Hinduismus und auch der yogischen Philosophie ist  das Bestreben, die Schleier der Maya zu lüften und sich mit der Wirklichkeit hinter der Illusion zu vereinen. 

Hierbei unterstützen den Suchenden die im Yogasutra des Patanjali benannten Werte Ahimsa „Gewaltlosigkeit“; Satya „Wahrhaftigkeit“; Asteya „Nicht-Stehlen“; Brahmacharya „Keuschheit“; Aparigraha „Nicht-Ergreifen“.

Und weiter Sauca „Reinheit“; Santosha „Zufriedenheit“; Tapas „Hitze, Anstrengung, Disziplin“; Svadhyaya „Selbststudium“; Ishvarapranidhana „Hingabe an das Göttliche“.

Der fünffache Sinn im Leben (inspiriert durch Sukadev Volker Bretz, Die Yogaweisheit des Patanjali für Menschen von heute):

  • Erfahrungen machen
  • Kräfte entfalten
  • Etwas in dieser Welt bewirken
  • Lernen und wachsen
  • Die Erleuchtung erlangen.

Die Yogaschrift des Patanjali geht davon aus, dass jedes Wesen das Universum erfahren will. Das Universum dient der Erfahrung und der Befreiung. Alles, was wir erleben, unterstützt uns darin, Kenntnis zu bekommen. Enttäuschungen helfen uns, die Schleier der Täuschung zu lüften. Sie befreien uns letztendlich von der Illusion des Getrenntsein vom reinen Selbst.

Durch Herausforderungen werden die den Wesen innewohnenden Kräfte angeregt. Oft wird Menschen erst bewusst, welche Kräfte in ihnen stecken, wenn bestimmte Umstände den ganzen Einsatz erfordern. Eine Person lernt, ihre individuelle Kraft kennen und diese zu entfalten.

Jedes Wesen ist mit besonderen Talenten gesegnet. Erfahrungen lassen uns unsere Talente entfalten. Unter Selbstwirksamkeit (self-efficacy beliefs, von dem amerikanischen Psychologen Albert Bandura geprägter Begriff) versteht die Psychologie die Überzeugung einer Person, auch schwierige Situationen und Herausforderungen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen zu können. Wenn man die Erfahrung der Selbstwirksamkeit erst einmal gemacht hat, dann kann man wahrnehmen, dass man darüber hinaus etwas in der Welt bewirken kann.

Leben ist Lernen und Wachsen. Das geschieht besonders wahrnehmbar in der Kindheit und Jugendzeit. Doch für eine Seele hat Lernen und Wachsen kein Ende. Das Universum ist unendlich groß. „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ ist ein geflügeltes Wort antiken Ursprungs. Platon, der Schüler des Sokrates, hat es diesem in den Mund gelegt.

Erleuchtung ist das höchste Ziel im Yoga. Man erfährt sich als eins mit allem und sieht sich selbst in allen Wesen. Doch Erleuchtung bedeutet auch, dass ein Mensch eine plötzliche Erkenntnis hat, dass er eine transformierende Erfahrung macht. Er wandelt sich und kommt der Wahrheit einen Schritt näher.

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  • Erfahrungsebene – reflektiere deine Situation: Was für eine Erfahrung machst du gerade?
  • Kraftebene – nimm wahr, welche Kräfte du benötigst, um der Situation zu begegnen und welche Kräfte in dir stecken.  Welche Kräfte können sich entfalten?
  • Lernebene – was ist neu und was kannst du lernen?
  • Wirksamkeit – wie erlebst du deine Selbstwirksamkeit und wie kannst du in der Welt wirken? Was ist deine Aufgabe?
  • Erleuchtung – inwiefern ist diese spezielle Erfahrung erleuchtend für dich? Wie erfährst du deine Transformation?

„Wer sich der Torschlusspanik hingibt, der vergisst, dass sich neue Tore öffnen, während sich die alten schließen.“

Viktor Frankl

Hast-Kriya-Meditation: Erde zum Himmel


Die Meditation stärkt das Nervensystem und wirkt reinigend. Sie verbindet Körper, Geist und Seele.

Mantra: „Sat Nam Wahe Guru“ ist ein Mantra für Weisheit: Sat = Wahrheit, Nam = Selbst, Wahe= Ausdruck von Freude, Guru = Weisheit.

Mudra und Bewegung: Strecke die Jupiterfinger (Zeigefinger) beider Händen. Balle die anderen Finger zu einer Faust, die Daumen befinden sich außen. Koordiniere deine Bewegungen im Rhythmus der Mantramusik Sat Nam Wahe Guru # 2, gesungen von Jagjit Singh.


Berühre mit den Zeigefingern den Boden zu beiden Seiten, wenn der Ragi „Sat“ singt.
Die Spitzen deiner Zeigefinger berühren sich über deinem Kopf, wenn der Ragi „Nam“ singt.
Berühren mit den Zeigefingern den Boden zu beiden Seiten, wenn der Ragi „Sat“ singt.
Die Spitzen deiner Zeigefinger berühren sich über deinem Kopf, wenn der Ragi „Nam“ singt.
Berühre mit den Zeigefingern den Boden zu beiden Seiten, wenn der Ragi „Wahe“ singt. Die Spitzen deiner Zeigefinger berühren sich über deinem Kopf, wenn der Ragi „Guru“ singt.
Berühre mit den Zeigefingern den Boden zu beiden Seiten, wenn der Ragi „Wahe“ singt.
Die Spitzen deiner Zeigefinger berühren sich über deinem Kopf, wenn der Ragi „Guru“ singt.

Zeit: 3 bis 22 Minuten. Wenn du diese Meditation täglich für 22 Minuten praktizierst, dann verbindest du dich mit den Kräften des Himmels und mit den feinen Anteilen deines Selbst.

Die Kriya findest in dem Buch „Reaching Me in Me“.

Ein Gedanke zu „Über den Sinn

  1. Ramona Schmid

    DANKE für die anregende Frage ‚was gibt Sinn ?‘ – Obgleich diese herausfordernde Frage zu jeder Zeit passt, lässt sie uns in der Corona-‚Ära‘ besonders fokussieren. Auferlegte Ruhe im Aussen kann verstärkt Achtsamkeit im Innen anregen. Und dann wird die Sinnfrage vielleicht zu einer sehr intensiven, das innere Wachstum stimulierenden Aufgabe.. Poke, provoke…
    Wahe Guru. Priya Amritjot Kaur

    Antworten

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