Die Körperkarte der Emotionen

Die Körperkarte der Emotionen wurde im Jahr 2013 vom finnischen Hirnforscher Lauri Nummenmaa von der Aalto Universität erstellt. Vorher befragte er mit KollegInnen mehr als 700 Menschen aus Nordeuropa und Taiwan nach ihren Körperwahrnehmungen. Mithilfe von emotionsgeladenen Wörtern, Bildern, Geschichten und Filmsequenzen riefen die Forscher unterschiedliche Gefühle in den Versuchspersonen wach. Anschließend baten sie diese dann, auf einer Zeichnung zu markieren, in welcher ihrer Körperregionen sich Aktivitäten verstärkten oder abschwächten. Angespannte oder erschlaffende Muskeln, steigende oder fallende Hauttemperaturen, beschleunigter oder verlangsamter Herzschlag gehörten dazu. So erstellten die finnischen Wissenschaftler eine Körperkarte der Emotionen. Vierzehn unterschiedliche Emotionen wurden auf der Körperkarte markiert: Ärger, Furcht, Ekel, Glück, Traurigkeit, Überraschung, Ängste, Liebe, Depression, Verachtung, Stolz, Scham, Neid und emotionale Neutralität.

Die Körperkarte der Emotionen: Wie man Emotionen und Gefühle unterscheidet

Das Wort Emotion benennt ein Gefühl, eine Gemütsbewegung und seelische Erregung und entstammt dem lateinischen emovere (dt. herausbewegen, emporwühlen).  Emotionen entstehen im limbischen System des Gehirns. Das limbische System ist ein sehr alter Teil des Hirns. Es setzt sich aus mehreren Gehirnstrukturen zusammen. Limbisch stammt vom lateinischen Wort limbus, was so viel wie „Saum“ oder „Rand“ bedeutet.  Im engen Zusammenwirken mit anderen Hirnbereichen steuert es Funktionen wie Emotionen, Triebverhalten, Antrieb, Gedächtnis und Verdauung.

Emotionen sind sogenannte Basiserregungen, und dazu zählt Freude, Ärger, Angst, Trauer und Ekel.  Gefühle sind Emotionen, die durch individuellen Sichtweisen, Werte, Normen, Erfahrungen, Wünsche und Ziele angereichert wurden.  Gefühle haben ihren Sitz in der Großhirnrinde und können bewusst gesteuert werden. Sie können sich mithilfe von Meditation und Kontemplation ändern.

Während Emotionen ihren Ursprung in der unmittelbaren Reaktion des Nervensystems haben, so sind Gefühle Interpretation von Ereignissen und Eindrücken. Man kann sich den Unterschied  zwischen Gefühlen und Emotionen anhand des Bildes eines Eisbergs vorstellen. Fünf Prozent des Eisberges befinden sich sichtbar über Wasser und stehen für das Gefühl, fünfundneunzig Prozent des Eises sind unsichtbar unter Wasser und stehen für das Unbewusste und unsere Emotionen.

Das Herz ist das Zentrum der Körperkarte der Emotionen

Interessant an dem Forschungsergebnis ist, dass Emotionen den gesamten Körper betreffen. Bemerkenswert für uns Yogis ist, dass die Gleichgültigkeit und die Depression keine Verbindung zum Herzen aufweisen. Die Depression ist an der Körperaußenseite lokalisiert, ihre Farbe ist blau. Alle anderen Emotionen sind mit dem Herzen gekoppelt. Liebe, Glück und Stolz leuchten am stärksten, wobei Glücksgefühle den ganzen Menschen zu erfassen scheinen. Der Volksmund beschreibt ursprüngliche Gefühle bildlich. Das Herz zerspringt vor Liebe, die Brust schwillt an vor Stolz. Auch Wut und Angst sind im Herzen lokalisiert, Wut sogar in den Händen.

Das Herz ist immer der Sieger

Das Herzzentrum trägt die Wärme, das Mitgefühl, die Leidenschaftlichkeit, die Freundlichkeit, aber auch den Hass eines Menschen in sich. Alles Wunderbare auf der Welt und alle Niedertracht dieses Planeten entstammen dem Herzzentrum. Wenn du mit deinem ganzen Herzen bei einer Sache bist, dann gibt dein Kopf klein bei und ist das Herzzentrum das mächtigste und gleichzeitig das gefährlichste aller Zentren. Auf der anderen Seite ist das Herz das einzige Zentrum, für das es sich zu leben lohnt.

Yogi Bhajan, Los Angeles, 12. Februar 1991

Fazit

Das Herzzentrum ausschließlich mit Liebe und Verbundenheit zu assoziieren, ist zu kurz gegriffen.  Nur ein gereiftes Herz steht für dauerhafte bedingungslose Liebe, Mitgefühl, Verständnis und dem Vermögen zu heilen. Das Herz ist die Brücke zwischen den unteren und den oberen Chakras. In ihm spiegelt sich unsere Persönlichkeit wider. Wenn das Herzchakra unentwickelt ist, dann drückt sich in ihm Wut, Trauer, Hass und Eifersucht aus. Eine Person mit einem ausgeglichenen und geöffneten Herzchakra erlaubt den Mitmenschen, so zu sein, wie sie sind. Er formt diese nicht seinen Erwartungen entsprechend um. 

Quellen:

Süddeutsche Zeitung

Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America

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