Yoga und Körperkontakt

Körperkontakt ist ein Grundbedürfnis, und zwar von der Geburt bis zur Bahre. Das bedeutet, dass jeder Menschen dann und wann ein aufmunterndes Klopfen, eine feste Umarmung, eine zärtliche Berührung oder ein Streicheln benötigt.

Das Gedeihen eines Kindes im Mutterleib wird unter anderem durch die Bewegungen seiner Mutter und durch seine Berührung mit dem Uterus stimuliert. Später benötigt das Baby für seine Entwicklung das Kuscheln an der Brust der Mutter und die körperliche Nähe seiner Bezugspersonen.

Aber nicht nur Säuglinge und Kinder benötigen Berührungen. Menschen jedes Alters sind darauf angewiesen. Auch Seniorinnen und Senioren brauchen Hautkontakt! Alleinstehende und betagte Menschen leiden oftmals an Kontakt- und Berührungsmangel und können aus diesem Grunde sogar Depressionen entwickeln. Oftmals werden Arztbesuche genutzt, um das Bedürfnis nach Körperkontakt zu befriedigen

Durch körperliche Berührungen, durch Kuscheln und Schmusen werden im Gehirn Botenstoffe ausgeschüttet, die Glücks- und Geborgenheitsgefühle auslösen. Diese Botenstoffe (Dopamin und Oxytocin) wirken beruhigend und motivierend zugleich. Sie stärken das Immunsystem und das Nervensystem und gleichen den  Blutdruck aus. Da wir Menschen zur Gattung der Primaten gehören und keine Maschinen sind, benötigen wir die körperliche Präsenz anderer Menschen, um uns sicher und geborgen fühlen zu können. Digitale Begegnungen können die körperliche Gegenwart anderer unserer Art nicht ausgleichen.

Möglichkeiten und Begegnungsräume für körperliche Berührung

  • Partnerin und Partner, Familie, Freundinnen und Freunde
  • Haustiere
  • Sport
  • Tanzen
  • Arztbesuch, Physiotherapie, Pflegepersonal
  • Massagen

Selbstverständlich ist die Qualität der Berührung immens wichtig. Jede nicht gewollte Berührung kann traumatisierend wirken. Aus diesem Grunde ist es wichtig genau wahrzunehmen, wie viel Nähe und Berührung für einen selbst und für das Gegenüber stimmig ist.

Nicht immer ist es möglich, sich die Berührungen zu holen, die für das körperliche und geistige Wohlergehen vonnöten sind. Daher können liebevolle Selbstmassagen und bestimmte Yogaübungen gute Tools sein, um Berührungsdefizite wettzumachen.

Für entspanntes Behütetsein: Massage der Schläfen, Schultern und Kopfhaut                                                    

Schläfen: Du sitzt aufrecht und entspannt und platzierst die Fingerkuppen der Zeige-, Mittel- und Ringfinger beider Hände auf die Schläfen. Beiße ein paarmal die Zähne zusammen und löse sie wieder voneinander. Auf diese nimmst du den Verlauf der Schläfenmuskulatur wahr. Streiche dreimal langsam und sanft von dem oberen Anteil der Schläfen bis auf Höhe Jochbeinansatzes hin (Mitte des Ohres). Wische danach dreimal schnell mit den Rückseiten der Finger vom Jochbein bis nach oben hin aus.   

Schultern und Kopfhaut: Du massierst von den Schultern bis zur Kopfhaut. Du kannst sanft kneten, dehnen und kreisend streichen. Streichungen beleben den Lymphfluss und regen die Durchblutung an. Diese Massage pflegt die Kopfhaut und somit das Haar. Atme lang und tief.

Entspannungsmassage für die Beine und Füße

Starte mit einem Fußbad. Danach massierst du beide Beine und Füße (insgesamt ca. 15 Minuten).  Du kannst hierfür angewärmtes Öl (Sesam- oder Mandelöl) nutzen. Die vorgestellte Massage ist ayurvedisch inspiriert. Ayurvedische Massagen sind simpel und intuitiv, lasse dich von deinem Gefühl leiten. Bei der ayurvedischen Fußmassage werden die Füße nicht klassisch geknetet, sondern du massierst mit der flachen Hand und streichenden sowie kreisenden, sanft drückenden Bewegungen. Streiche die Vorderseite des Unterschenkels aus und kreise sanft um die Kniescheibe. Dann streichst du abwärts zu den Fußknöcheln, die du ebenfalls sanft umkreist.

Massierend bewegst du die Hand von den Knöcheln über die Ferse zur Wade. Das ist eine kreisende Bewegung, die du ein paarmal wiederholst.

Streiche anschließend deine Füße vom Spann bis zu den Zehen aus und massiere mit kleinen Kreisbewegungen zwischen den Fußknochen. Jeder Zeh wird extra massiert. Du kannst sie sanft langziehen.  Massiere die Fußsohle und die Seiten des Fußes.  Wechsle die Seite.

Geborgenheit durch Balasana (Kindhaltung)                                                                      

Balasana unterstützt dich dabei, Geborgenheit in dir selbst zu finden. Du kannst dich von der Mutter Erde getragen und gehalten fühlen, denn die Wirbelsäule ist wie bei einem Embryo im Mutterleib gerundet.

Setze dich in den Fersensitz ausnahmsweise mit geöffneten Knien. Die Füße können sich berühren. Beuge dich vor und lege deine Stirn auf dem Boden ab.

Setze dich in den Fersensitz ausnahmsweise mit geöffneten Knien. Die Füße können sich berühren. Beuge dich vor und lege deine Stirn auf dem Boden ab.

Strecke deine Arme lang vor dir aus. Deine Schultern und Schlüsselbeine sinken in Richtung Boden. Entspanne bewusst deinen unteren Rücken.

Tipp: Wenn der Kopf den Boden nicht berührt, dann kannst du den Kopf auf ein Kissen legen. Du kannst ein dickes Kissen zwischen Gesäß und Füße platzieren.  Bleib so lange in der Stellung des Kindes, wie es dir guttut.

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