Kundalini Yoga für den Nacken

Untersuchungen haben aufgezeigt, dass jeder Mensch mindestens einmal in seinem Leben unter Nackenschmerzen leidet. Schmerzen im Hals- und Genickbereich vergehen rasch wieder. Betroffene klagen jedoch bisweilen über starke Schmerzen. Bei einigen werden die Beschwerden sogar chronisch.

Gründe für Nackenschmerzen oder -beschwerden:

1. Durch stundenlanges Sitzen, die Arbeit am Computer oder das Starren auf Smartphones schiebt man den Kopf nach vorne.

2. Die Nacken- und Rückenmuskulatur muss den fünf bis sieben Kilogramm schweren Kopf halten und verkrampft mit der Zeit.

3. Außerdem gehört die Nackenmuskulatur zum Fight-or-Flight-System des Menschen. Sie reagiert besonders auf Stress. Unser oftmals hektischer Alltag und eine permanente innere Anspannung machen sich im Nacken bemerkbar. Nicht umsonst spricht der Volksmund davon, dass einem etwas im Nacken sitzt.

Das Kundalini Yoga hat wunderbare Übungen parat, um Nackenbeschwerden zu lindern oder ganz verschwinden zu lassen. Wir stellen dir heute ein paar Übungen vor, die du prima in deinen Alltag integrieren kannst

Das Nackenschloss (Jalandhara Bandha)
Was: Das Nackenschloss (auch Nackenschleuse genannt) ist das grundlegendste und am häufigsten angewandte Bhanda. Es reguliert die kräftigen und die feinen Bewegungen im Bereich der Brust, des oberen Rückens, des Halses und des Kopfes. Daher sollte man dieses Bhanda nicht nur während bestimmter Übungen und Meditationen anwenden, sondern man kann eine sanfte Nackenschleuse darüber hinaus in den Alltag integrieren.
Wie: Hebe die Brust und das Brustbein an, und ziehe das Kinn in Richtung Hinterkopf. Die Nackenmuskulatur verlängert sich, die Schultermuskulatur und die Gesichtsmuskeln bleiben entspannt.
Wann: Wenn nicht anders angegeben, bei allen Meditationen und im Alltag (immer wenn du daran denkst).
Warum: Entlastet die Muskeln des Nackens und des oberen Rückens. Verhindert bzw. mindert Rückenschmerzen. Lässt die Drüsen besser sekretieren und verstärkt deren Verbindung. Yoga: Leitet Prana in den Zentralkanal, vertieft die Atmung und beruhigt das Herz.

Bandha bedeutet Verschluss. Bandhas sind im Yoga wichtige Energielenkungs-Übungen. Die wichtigsten Bandhas sind Mula Bandha (Wurzelschleuse), Uddhiyana Bandha (Zwerchfellschleuse) und Jalandhara Bandha (Nackenschleuse).

Kopfkreisen
Was: Das Kopfkreisen kommt in vielen Kundalini Yoga Übungsreihen vor. Die Kanäle zu den höheren Zentren werden geöffnet. Wichtig ist, die Übung langsam und bewusst zu praktizieren und die Bewegung nicht zu groß zu machen, denn das Kopfkreisen ist eine Mobilitätsübung und keine Dehnübung. Wie: Du sitzt im Schneidersitz, auf japanische Art auf den Fersen oder auf einem Stuhl. Du richtest die Wirbelsäule auf. Die Schultern rollst du nach hinten unten und du hebst die Brust an. Ziehe das Kinn in Richtung Hinterkopf (siehe Jalandhara Bandha). Atme ein und bewege den Kopf nach hinten. Drehen den Kopf so, als würdest du mit dem Kopf einen Kreis an die Decke über dir zeichnen. Atme aus, wenn du deinen Kopf nach vorne nach unten bewegst. Fahre fort und wechsel anschließend die Richtung.
Wann: Immer dann, wenn du das Gefühl hast, dass du den Hals- und Nackenbereich mobilisieren möchtest.
Warum: Durch die Übung werden die Bandscheiben der Halswirbelsäule geknetet und versorgt. Synovia (Gelenkschmiere) kann gebildet werden. Die Faszien und Muskeln des Hals- und Nackenbereichs werden mobilisiert, Haltungsschäden durch eine einseitige Haltung wird vorgebeugt.

Das Kopfkreisen ist eine effektive Übung, welche achtsam ausgeführt werden sollte.

Seitliche Dehnung des Nackens
Was: Nackenschmerzen rühren meist von verspannter Muskulatur her. Verkrampfte Muskeln sollten immer auch gedehnt werden. Verhärtungen können sich lösen und Entspannung setzt ein. Wichtig ist, Dehnungen täglich durchzuführen. Wie: Führe die seitliche Dehnung des Nackens im Stehen oder Sitzen aus. Wichtig ist ein gut aufgerichteter Rücken. Neige den Kopf zur Seite in Richtung Schulter, bist du eine Dehnung in der Nackenseite verspürst. Dehne zwei Minuten lang und wechsle die Seite. Vermeide ruckartige Bewegungen. Zur Verstärkung der Dehnung kannst du das gegengleiche Ohr umfassen und den Kopf sanft zur Schulter ziehen. Wann: Immer dann, wenn du das Gefühl hast, dass sein Nacken zu fest ist. Du kannst die im Übung sogar im Büro praktizieren. Warum: Beim Dehnen wird die Nackenmuskulatur einerseits aktiviert und andererseits gestreckt. Einer muskulären Verkürzung wird entgegengewirkt und die Regeneration der Nackenmuskeln unterstützt

Dehnübungen sollen den Körper geschmeidig machen. Durch das Dehnen werden verkürzte Muskeln wieder gestreckt und Fehlhaltungen vermieden. Da auch die Gelenke beweglicher werden, verbessern Dehnübungen darüber hinaus die Bewegungsabläufe.

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