Meditation: Ein einfacher Prozess, Teil 1

 Drittes AugeWir freuen uns, dass wir euch Auszüge aus einem Vortrag von Yogi Bhajan zum Thema Meditation präsentieren dürfen.  Wir fanden seine Aussagen inspirierend und erleuchtend und haben die hier beschriebene Technik gleich ausprobiert!

„Entweder sind wir keine Schöpfung Gottes und es ist falsch, dass wir nach dem Bilde Gottes geschaffen wurden. Oder wir sind nach Gottes Ebenbild erschaffen worden, doch dann gibt es so etwas wie Sünde nicht. Es ist religiöse Bigotterie, wenn wir behaupten, dass wir sündigen. Können wir uns also darauf einigen, dass Derartiges wie Sünde nicht existiert? Wir räumen allerdings ein, dass es Unwissenheit gibt. Einige wissen mehr, andere wissen weniger.

Emotionen führen entweder zu einer Erregung oder zur Hingabe. Wir finden folgende These richtig: Es gibt ungeheuer viele unterschiedliche Emotionen. Emotionen sind essenziell, genauso wie das Leben essenziell ist. Jeder Mensch ist emotional, aber unsere Emotionen können uns sehr erschüttern. Das kann gefährlich werden, wenn sich nämlich bestimmte Muster ausbilden, die dann unser Leben bestimmen.

Es ist okay emotional zu sein. Gefühle gehören zum täglichen Leben und Lernen. In der Tat ist es so, dass dein Geist in einer Sekunde etwa eintausend Gedanken aussendet. Vielleicht nimmst du keinen dieser Gedanken auf. Der Geist lässt viele Gedanken los, aber nur wenige davon werden zu Emotionen. Solange du nur emotional bist, lebst du, beziehungsweise versuchst du zu leben. Selbst wenn du erschüttert bist, dann ist das in Ordnung. Wenn die Erschütterung allerdings zu stark wird, dann kann sie das Unterbewusstsein berühren und es können sich lebensbestimmende Muster ausbilden. Wenn sich Gefühle jedoch in Hingabe verwandeln und sie auf diese Weise das Unterbewusstsein berühren, dann entstehen keine Schmerzen. Es kommt weder zu Traurigkeit noch zu Opfergefühlen. Es ist wie ein Zauber. Dein Geist ist glücklich mit dem, was er tut, die Welt gehört dir, es ist deine Bestimmung und du wirst es schaffen. Das ist die Seite der Hingabe. Wenn sich Emotionen jedoch nicht in Hingabe, sondern in Aufruhr verwandeln, dann sinkt diese Erschütterung tiefer in das Reich des Unterbewussten. Jetzt entsteht ein Problem. Ein Muster wird kreiert und dieses Muster beherrscht die betreffende Person.

Meditation ist die Kunst, Gewohnheiten aufzubrechen und den Geist zu befreien. Emotionale Erschütterungen verwandeln sich in Muster. Ein anderes Wort für Muster ist Gewohnheit. Erst haben wir eine Gewohnheit kreiert, dann hat diese Gewohnheit uns erschaffen. Es gibt kaum einen Menschen ohne Gewohnheiten und es ist sehr schwer diese abzulegen. Eine Person hat viele Probleme, wenn sie falsche Angewohnheiten hat. Das Leben wird unglücklich.

Ihr lebt nicht als Erwachsene, ihr wollt die Neurosen eurer Kindheit ausprobieren. Während der Analyse verschiedener Menschen ist mir aufgefallen, dass die unterbewusste Psychologie der Amerikaner oft so schwierig ist, dass die meisten überhaupt noch keine ausgeglichenen Beziehungen hatten. Bei der Partnersuche, in der Kommunikation und im Gesellschaftsleben wollen wir einander beweisen, wie stark und mächtig wir sind. Sogar Yogis, Swamis, Priester und spirituelle Menschen haben eine große Fassade, mit der sie anderen imponieren wollen (…)

Wie kannst du meditieren? Meditation ist ein sehr einfacher Prozess, denn die meisten Menschen auf der Welt nicht kennen. Sie denken, dass sie einen Ratgeber für 150 $ kaufen und nach Anweisung 15 Minuten in einem Stuhl sitzen und dass das Meditation ist. Andere sind der Meinung, dass sie meditieren, wenn sie eine Klasse von Yogi Bhajan besuchen. Viele Menschen haben unterschiedlichste Meinungen zum Thema Meditation. Aber sie verstehen nicht wirklich den Prozess.

Meditation ist ein Prozess. In der Dämmerung ist die Kraft der Sonne, die Energie der Strahlen, aufgelockert und diffus und der Geist ist nicht mehr zu kontrollieren. Zu jeder Zeit, zu der es sehr ruhig ist – am besten eignet sich hierfür übrigens der frühe Morgen, gerade bevor es dämmert – wirst du erstaunt sein, dass nach ein paar Minuten der Versenkung viele Gedanken hochkommen. Jene Gedanken, die du nicht möchtest, die radioaktiven Gedanken, die hässlichen Gedanken, Gedanken der Wut, Gedanken aller Art. Wenn du es schaffst, sitzenzubleiben und die Gedanken in diesem Augenblick deines Lebens vorüberziehen zu lassen, dann werden sie nie wieder in dein Unterbewusstsein einziehen und aufhören dich zu ärgern. Dieser Prozess der Reinigung des Geistes, in dem du damit aufhörst, deine vielen Gedanken wie Müll in deinem Unterbewusstsein zu entsorgen, nennt man Meditation.

Es dauert ungefähr drei Minuten, bis solche Gedanken hochkommen. Und manchmal ärgern sie dich bis zu einer halben Stunde. Wenn du dich aber körperlich nicht bewegst, dann wird der Geist ganz ruhig werden. Das ist die Grundlage für den meditativen Geist, es ist der der Beginn. Es ist ein rein körperlicher Prozess. Du benötigst kein Mantra, keinen Lehrer, keine Technik. Einzig dein Sitzplatz sollte bequem und gemütlich sein, so dass du deinen Körper gerade aufrichten kannst. Wenn dein Geist sich zu beruhigen beginnt und keine Gedanken mehr kommen, dann wirst du dich sehr wohl fühlen und dieses Wohlgefühl kann man nicht beschreiben. Es ist sehr angenehm, sehr wohltuend und du willst es wieder und wieder erleben wollen. Anfangs wirst du nur für kurze Zeit meditieren können, doch allmählich wird der gedankenvertreibende Prozess kürzer und kürzer. Die wohltuende Phase verlängert sich langsam.

Der meditative Geist ist intuitiv, seine Entwicklung ist ganz einfach eine gute Investition, so wie in eine gute Frisur, in nützliche Kleidung oder in einen angenehmen Sprachduktus. Wann immer du eine Entscheidung treffen oder eine Antwort erhalten möchtest, brauchst du nichts weiter zu tun als deinen eigenen, inneren Computer befragen. Halte dich einfach selbst an. Und in wenigen Augenblicken wird dein Selbst zu dir sprechen.

Du musst dich konzentrieren – dein Geist kann sich für dich konzentrieren. Er ist dein Werkzeug und nicht dein Herr. Der Geist wurde dir geschenkt, um dir zu dienen. Wir Menschen entwickeln alle möglichen Gerätschaften, gute Autos, elektronische Instrumente oder klimatisierte Räume – aber der größte Computer ist in dir: Es ist dein Geist!“                           YB Gonghintergrund~ YOGI BHAJAN © YB Teachings, LLC 1978

Hier der Link zum Originaltext: http://fateh.sikhnet.com/sikhnet/articles.nsf/fed9a32db02c040887256671004e06c3/52754ab59d04fce5872576fd007d1742!OpenDocument

 

 

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