Yoga und der Umgang mit Kränkungen

Vor Verletzungen und Kränkungen durch andere ist niemand gefeit. Wir kommunizieren meist von Angesicht zu Angesicht, viele Menschen tauschen sich darüber hinaus in sozialen Medien oder Chatrooms aus. Hier begegnen sich die Kommunikationspartner*innen nicht einmal persönlich, sondern jeder befindet sich irgendwo im World Wide Web. In der Interaktion mit anderen sind Missverständnisse an der Tagesordnung. Schmähungen werden jedoch als noch schmerzhafter empfunden, wenn man die Körpersprache des Gegenübers nicht lesen kann. Beleidigungen kommen meist in Form von Bosheiten, Bloßstellungen, Tadeln, Übergangenwerden, Übersehenwerden oder Face to Face auch als abfällige Blicke daher.

Werden in einer Diskussion eine Herzensangelegenheit oder unsere Werte infrage gestellt, so reagiert man auf solch eine Zurückweisung verletzt. Viele Menschen haben sogar körperliche Reaktionen auf Demütigungen. Sie spüren diese wie einen Stich im Herzen oder wie einen Hieb in der Magengrube, sie fühlen einen Kloß im Hals oder dass auf ihnen herumgetrampelt wird. Die Verletzungen sind manchmal tief und können Narben hinterlassen.

Jeder Person geht anders mit Kränkungen um. Einige explodieren, andere implodieren. Manche hegen Rachegedanken, schlagen verbal zurück und die Fronten verhärten sich. Andere brechen den Kontakt ab und vergraben die Kränkungsleiche im Keller ihrer Gefühle. Einige können eine Beleidigung weder vergessen noch verzeihen. Sie sind nachtragend. Der Arzt Rüdiger Dahlke sagt über das „Nachtragen“, dass man anderen etwas hinterhertrage und damit Lebenszeit verschwende. Alle Kränkungen haben eines gemeinsam. Selbstwert und Selbstachtung können empfindlich getroffen werden, denn in einer Kritik kann immer ein Körnchen Wahrheit enthalten sein. Je geringer das Selbstwertgefühl ist, desto gekränkter ist man. Wenn die Selbstachtung stark ist, dann reagiert man weniger verletzt auf Angriffe. Eine Kränkung kann immer auch eine Chance für eine Weiterentwicklung sein.

Der gute Umgang mit Beleidigungen stärkt den eigenen Seelenfrieden und ist ein guter Erfolgsfaktor. Gekränkte denken nämlich oft in Täter-Opfer-Kategorien, in denen dem Gegenüber die Schuld für das eigene Befinden zugeschoben wird. Die andere Partei sieht sich jedoch ebenfalls im Recht. Die Lösung kann nur darin bestehen, dass man versteht, dass jeder selbst für seine Gefühlslage verantwortlich ist. Nicht vergessen: Es geht außerdem darum, selbst einen wertschätzenden Umgang mit anderen zu pflegen.

Image by S. Hermann & F. Richter from Pixabay
Die yogische Erste-Hilfe-Ausstattung bei Kränkungen
  1. Langer tiefer Atem: Fenster auf, tief ein- und ausatmen.
  2. In Bewegung kommen: Dehnen, räkeln, ein paar Übungen praktizieren.
  3. Separator: Wechsle den Raum, spaziere um den Block oder mache einen Waldlauf.
  4. Meditieren: Bringe den Geist zurück zu seiner Quelle und ruhe dich in der kühlen und ruhigen Tiefe deines Seins aus. Übe Gelassenheit.
  5. Das innere Kind trösten: Frage dich, welches deiner Bedürfnisse verletzt wurde. Tröste dich, lindere dein Leid und richte dich selbst wieder auf.
Erste Hilfe für eine gute Kommunikation
  1. Thematisiere und bespreche das kränkende Verhalten unmittelbar nach dem Geschehen. Dafür brauchst du etwas Mut. Du kannst auch um ein Gespräch unter vier Augen bitten, um das Vorgefallene zu klären, wenn du nicht ganz so mutig bist.
  2. Zuhören! Diese Fähigkeit ist wichtig, um den Standpunkt des Gegenübers zu verstehen. Erde dich, atme bewusst und zähle innerlich bis zehn. Wichtig sind außerdem das Nachfragen und das Reflektieren. Anschließend kannst du deine Sicht der Dinge erläutern
  3. Distanzieren! Es ist nur gesund, sich innerlich von der Kritik abzugrenzen. Schaue genau, was du annehmen kannst und was du bei dem anderen lässt.
Selbstwertgefühl
Von Paul shuang, Stockfoto-Nummer: 1428164150

„Von allen Urteilen, zu denen wir im Leben kommen, ist keines so wichtig, wie das, das wir über uns selbst fällen.“ ~ Gerlinde Unverzagt, Autorin

Urteile über das eigene Selbst wirken sich auf die Arbeit und das Privatleben aus. Fallen die Beurteilung über das eigene Sein freundlich und verständnisvoll aus, dann ist das Selbstwertgefühl stärker. Verurteilt man sich selbst, dann ist das Selbstwertgefühl schlechter. Manche heucheln ihren Mitmenschen ein gutes Selbstwertgefühl vor, entwickeln gute Verteidigungsstrategien und lassen kaum Kritik oder Feedback an sich heran und. Das wiederum wird von anderen als heuchlerisch und unsympathisch wahrgenommen. Eine Abwärtsspirale kann entstehen.

  1. Den Geist regieren
    Im Unterbewussten ist die Wurzel der meisten inneren Probleme zu finden, insbesondere das eines geringen Selbstwertgefühls. Wenn der Geist beispielsweise durch eine vermeintliche Kränkung getriggert wird, sendet er eine Flut aus kritischen, wertenden und selbst hassenden Gedanken aus. Durch eine tägliche Meditationspraxis kann man peu à peu eine Beziehung zu seinem Geist entwickeln. Man kann beobachten lernen, wie das eigene Innere funktioniert. Anschließend kann man sich selbst trainieren, nicht mehr auf alles zu reagieren. Und nur dann zu handeln, wenn die Richtung klar und eine Aktion sinnvoll ist.
  2. Vertraue deiner inneren Autorität
    Jedes Wesen hat einen inneren Kompass, der es durch Zeit und Raum führt. Wir sind jedoch darauf konditioniert worden, dem nicht zu vertrauen. Man hat uns gelehrt, dass nicht wir, sondern nur befugte Menschen uns leiten können und wir daher unsere Autorität an diese abgeben sollten. Das schwächt unser Selbstwertgefühl. Wer kennt dich besser als du dich selbst? Niemand sonst macht deine Lebenserfahrung. Niemand außer dir kann in deinen Schuhen laufen. Nimm das Feedback andere neutral an und befrage deinen inneren Kompass, was an der Rückmeldung für dich wahr ist und was nicht.
  3. Selbsterkenntnis
    Wie gut kennst du dich selbst? Gibt es Anteile, die du ablehnst? Möglicherweise sind das genau die Anteile, die du umarmen solltest. Ein Grund, aus dem man sich nicht akzeptiert, ist, dass man ein inneres Selbstkonzept hat, das nicht der Wahrheit entspricht. Die meisten Menschen wollen jemand sein, der sie nicht sind. Schau dir die Hochglanzmagazine an. Sie verkaufen dir etwas, das du nicht sein kannst. Geringe Selbstachtung bedeutet, dass jemand die Wahrheit des eigenen Seins nicht akzeptiert. Verbringe Zeit allein und außerhalb des Konditionierungsfeldes anderer Menschen. So kannst du wirklich fühlen kann, was es bedeutet, DU selbst zu sein.
  4. Umarme deine Vollkommenheit
    Das Ego wird dir immer erzählen, dass es dir an etwas fehlt und dass du dich beweisen musst. Das Ego wird dir sagen, dass du nicht klug genug, nicht attraktiv genug, nicht erfolgreich genug bist – im Grunde genommen bist du nicht gut genug und hast keinen Wert. Vielleicht ist diese Wunde uralt und schon deine Vorfahren haben an falsche Vorannahmen geglaubt. Falschen Annahmen können bewirken, dass man auf Kritik sehr gekränkt reagiert.
    Nehmen dir vor jeder Handlung Zeit, um deine Motivation zu hinterfragen. Frage dich: „Warum will ich das tun? Versuche ich, mich vor jemandem zu beweisen? Fühle ich mich im Moment wertlos und versuche, diesen schmerzlichen Gefühlen zu entfliehen?“ Die Wahrheit ist, dass du vollkommen und ganz bist. Die Schöpfung macht keine Fehler.

Das vollständige Adi-Mantra für die individuelle Meditation

Verwende dieses Mantra, wenn es dir an Selbstwert mangelt und dir der Glaube an dich selbst fehlt. Die Meditation eignet sich hervorragend, um die eigene Perspektive zu ändern, den Horizont zu erweitern und neue Wege zu gehen.

Haltung: Sitze im Schneidersitz und ziehe das Kinn sanft in Richtung Hinterkopf.
Konzentration: Die Augen sind ein Zehntel geöffnet und auf die Nasenspitze fokussiert.
Mudra: Bringe die Hände vor dem Brustbein zusammen (Herzzentrum), beide Handflächen sind nach oben gerichtet.Die Handflächen berühren sich seitlich (entlang der kleinen Finger und an den Seiten der Hände, als ob du etwas in ihnen empfangen wolltest). Daumen und Zeigefinder jeder Hand berühren sich (Gyan Mudra).
Mantra: Chante das Mantra „Ong Namo, Guru Dev Namo, Guru Dev Namo, Guru Deva“ drei- bis fünfmal auf einem Atemzug. Halte die Anzahl der Wiederholungen pro Atemzug konstant. Der Klang „Dev“ wird eine kleine Terz höher gesungen als die anderen Silben. Der Klang „Ong“ wird in den Kammern der Nebenhöhlen und des oberen Gaumens erzeugt, „ng“ wird betont. Der erste Teil von „Namo“ ist kurz. Bedeutung des Mantras: Ich begrüße die unendliche schöpferische Energie – ich begrüße die unendliche Weisheit Zeit: 11 Minuten bis 31 Minuten

Wie leicht kann man dich kränken? Der Test gibt dir eine Antwort: https://www.palverlag.de/kraenkung-test.html

Quellen:

Karrierebibel: https://karrierebibel.de/selbstwertgefuehl/

Pal Verlag: https://www.palverlag.de/kraenkung-kapitel12.html

3HO USA: https://www.3ho.org/5-ways-gain-self-esteem

Library of Teachings: https://www.libraryofteachings.com/kriya.xqy?q=Self%20respect%20sort:relevance&id=f0f0b3ff69ef4ed082f48595609b2f41&name=The-Complete-Adi-Mantra-for-Individual-Meditation

2 Gedanken zu „Yoga und der Umgang mit Kränkungen

  1. Sant Subagh Kaur

    Liebe Sat Hari Kaur,
    Vielen herzlichen Dank für diesen wunderbar aufbereiteten Artikel, den wertvollen Tipps und das Er-Innern. Das ist unterstützend, praxisnah und lädt -wie sooft in deinen Beiträgen – zur Selbstreflexion ein, wo ich selbst im Moment damit stehe. Made my day 💗
    Sat Nam and be blessed🌟

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.