Kundalini Yoga für die Nerven

Der Mensch ist gut, nur die Nerven sind schlecht.“ Mose Ya’aqob Ben-Gavriêl (österreichischer und israelischer Schriftsteller, 15.09.1891 – 17.09.1965)

Was ist das Nervensystem

Das Nervensystem arbeitet wie ein komplexes und wunderbares Stromleitungssystem. Es nimmt mit Hilfe der Sinne Informationen über die Umgebung eines Menschen aber auch über das eigene Befinden auf. Diese Informationen werden in die Schaltzentrale des Nervensystems geschickt und dort verarbeitet. Der Knotenpunkt des Nervensystems ist das Gehirn. Das Gehirn veranlasst dann Reaktionen des Organismus, um optimal auf Veränderungen zu reagieren.

Warum das Nervensystem Stärkung benötigt

Um bei dem Vergleich mit einem Stromnetz zu bleiben: Je besser ein Stromnetz funktioniert, desto mehr Haushalte sind mit Strom versorgt. Man muss keine Energien mehr darauf verschwenden mit Stromausfällen umzugehen. Ähnlich ist es mit dem Nervensystem, je besser es funktioniert, desto mehr Kraft haben wir für die wesentlichen Dinge des Lebens: Die Freude, die Arbeit, die Gemeinschaft, das Spiel und alle anderen Aspekte des Seins.

Wie stärkt man das Nervensystem

Es ist ein Hauptanliegen vieler Yogaübenden, die Nerven zu stärken, daher kennt der Yoga allerhand Wege hierfür. Denn die Urkraft Kundalini(Bezeichnung für die schöpferische Kraft im Menschen) kann nur dann sicher aufsteigen, wenn das Nervensystem stark ist. Und das Nervensystem wird gekräftigt durch einen ausgeglichenen Lebenswandel, einen flexiblen Köper und einen tiefen Atem, durch ausgeruhte Sinne und auch dadurch, dass ein Mensch sich fokussieren und in die Stille gehen kann. In einem weiteren Beitrag möchten wir dir gerne fünf yogische Tipps und Tricks mit auf den Weg geben, mit denen du auf eine einfache und gleichzeitig effektive Weise dein Nervensystem stärken kannst.

Meister, warum bist du eigentlich nie nervös?

„Meister, warum bist du eigentlich nie nervös?“ fragte ein Schüler seinen Meister. Und der Meister antwortete: „Wenn ich sitze, dann sitze ich, wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich ankomme, dann komme ich an“ „Aber das tun wir doch auch! Sag, was ist dein Geheimnis?“, fragte der Schüler nochmals. Geduldig wiederholte der Meister: „Wenn ich sitze, dann sitze ich, wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich ankomme, dann komme ich an“. „Aber Meister“, beharrte der Schüler, „das tun wir alle!“ „Eben nicht!“, antwortete der Meister, „wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon, wenn ihr steht, dann seid ihr bereits auf dem Wege, wenn ihr geht, dann seid ihr längst angekommen und wenn ihr ankommt, dann seid ihr lange wieder fort“. Aus dem Zen – Buddhismus

Oder wie Robert Musil (Schriftsteller 1880-1942) sagte: „Es ist ja in Wahrheit Glück nichts Vernünftiges, das an einem bestimmten Tun oder dem Besitz gewisser Dinge ein für allemal hinge, sondern weit eher eine Stimmung der Nerven, durch die alles zum Glück wird oder nichts.“

Mantra – Singen für ein Super-Nervensystem

Tatsächlich bestätigen neueste Studien, dass Singen das Nervensystem stärkt und den Menschen außerdem schlau macht. Denn: Die Lieder deaktivieren die Areale im Gehirn, die für Angst und Stress zuständig sind, und aktivieren gleichzeitig das Belohnungssystem. Und: Beim Singen werden jede Menge neuer Nervenzellen gebildet. „Übrigens ist es egal, ob man amateurhaft unter der Dusche singt oder dabei toll Klavier spielt”, sagt Hirnforscher Professor Manfred Spitzer. Besonders effektiv ist das Singen, wenn man Mantras singt, also Worte, die eine zutiefst positive Bedeutung haben. Wir empfehlen hierfür Snatam Kaurs Ra Ma Da Sa (Album Grace) oder ihre Interpretation von Aad Gureh Nameh (Album Celebrate Peace).

Bewegung stärkt die Nerven

Yogi Bhajans hat immer wieder die Wichtigkeit von Walking, Jogging, Wandern und anderen Arten von allgemeinem Körpertraining außer des Yogas betont. Ich erinnere mich an Frauencamps in Neu Mexiko, da unternahmen wir lange Wanderungen. Er betonte, dass Bewegung uns Frauen wach machen würde. Und neueste Studien bestätigen: Bereits fünf Minuten intensive Bewegung täglich verbessern die Durchblutung der kleinsten Blutgefäße, erhöhen so die Sauerstoffversorgung der Gehirnzellen und stärken somit die Nerven. Sogar das Gehirn wird geübt: Bewegung bessert die Gehirnleistung um bis zu 50 Prozent. Wenn du zum Beispiel immer Treppen steigst, statt den Fahrstuhl zu nehmen, kräftigst du damit nicht nur dein Herz-Kreislauf-System, sondern auch deine Nerven. Aber: „Mäuse, die man in ein Laufrad zwingt, bilden keine neuen Nervenzellen”, sagt der Hirnforscher Prof. Manfred Spitzer. „Bewegen sich die Tiere dagegen freiwillig – dann sprießen die neuen Gehirnzellen nur so. Genauso ist es auch beim Menschen.” Trainiere die also Sportart regelmäßig, die dir am meisten Spaß macht. Vielleicht liebst du es einfach frei zu tanzen und dabei alles loszulassen. Ein guter Begleiter hierfür ist das Album Kundalini Remix: Yoga Mantra Revisited.

Entspannung für das Gehirn

Der größte Feind des Gehirns und des gesamten Nervensystems ist der Dauerstress. Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin schädigen Gehirnzellen. Hier helfen Entspannungstechniken wie die yogische Tiefenentspannung und erwiesenermaßen auch die Meditation Stresshormone werden doppelt so schnell abgebaut.

Yogische Nervennahrung

Gemüse gehören einfach zu jeder gesunden Ernährungsweise dazu. Gemüse ist aber auch Nervennahrung! Eine Studie, die an älteren Menschen an der Universität von Chicago durchgeführt wurde, ergab, dass drei Portionen Gemüse pro Tag das Gedächtnis stärken und den Rückgang der geistigen Leistungen um 40 Prozent drosseln! Walnüsse sind erwiesenermaßen gut für das Gehirn beziehungsweise die Nervenzellkörper. Wegen des hohen Fettgehalts genügen aber eine Handvoll pro Tag. Kürbiskerne sollten in keinem Haushalt fehlen, denn sie wirken positiv auf das Kurzzeitgedächtnis und steigern die Konzentrationsfähigkeit, besonders in stressigen Phasen. Das liegt an ihrem hohen Gehalt von Zink. Kundalini Yoga Lehrer empfehlen Ingwer zur Nervenstärkung. Ingwer hilft aber auch bei Magenproblemen und Übelkeit. Nachfolgend findest du ein klassisches Ingwertee Rezept:

Ingwertee Rezept

Zutaten:

12 bis 16 dünne Scheiben frischen Ingwer (je nach Geschmack und Gewohnheit).

Ein Liter Wasser.

Den Saft einer halben Zitrone, je nach Geschmack auch mehr oder weniger oder Milch nach Geschmack.

Je nach Geschmack Honig oder Rohrohrzucker .

Zubereitung:

Bringe das Wasser in einem zum Kochen.

Währenddessen schäle den Ingwer und schneide ihn in sehr dünne Scheiben.

Füge den Ingwer dem kochenden Wasser hinzu und lasse das Ganze für mindestens zehn Minuten köcheln. Für einen stärkeren Ingwertee, kannst du den Ingwer auch zwanzig Minuten und länger köcheln lassen.

Danach nimmst du den Topf vom Herd und gibst nach einer kurzen Abkühlphase den Zitronensaft oder Milch und das Süßmittel hinzu.

Meditation für ein ruhiges Herz und starke Nerven

Das Zuhause der Lebensenergie (Prana) ist in deinen Lungen und in deinem Herzen zu finden. Deine linke Hand befindet sich während dieser Meditation auf deinem Herzzentrum und schafft dort Stille: Das stärkt deine Nerven. Deine aktive Hand, die rechte Hand, hat ein Mudra des Friedens eingenommen. Die gesamte Meditationshaltung schenkt dir tiefe, innere Ruhe. Außerdem kann dich die Meditation dabei unterstützen, deine Beziehungen neutral zu analysieren. Wann immer du Reibereien mit anderen hast, sei es nun am Arbeitsplatz oder zu Hause, kannst du diese Meditation praktizieren. Wir empfehlen drei bis fünfzehn Minuten dieser Meditation, bevor du handelst.

Sitzhaltung

Du befindest in der einfachen Haltung. Man kann die Meditation auch auf einem Stuhl oder Hocker sitzend ausführen. Wichtig ist, dass du deine Wirbelsäule gerade aufrichtest.

Mudra

Deine linke Hand befindet sich auf deinem Brustbein (Herzzentrum). Diese Hand liegt flach auf der Brust auf, die Finger sind parallel zum Boden hin ausgerichtet und zeigen nach rechts. Die rechte Hand befindet sich auf Höhe der Ohren, der Unterarm ist gerade aufgerichtet. Die Finger zeigen zur Decke. Nur der Daumen und der Zeigefinger der rechten Hand berühren sich. (Gyan Mudra).

Konzentration

Entweder sind die Augen geschlossen oder 1/10 geöffnet.

Atmung

Konzentriere dich ganz auf den Fluss deines Atems. Atme lang und tief durch die Nase ein. Halte den Atem einen Moment an und atme dann lang und tief aus. Halte den Atem einen Moment an. Fahre für 3 bis 31 Minuten mit dieser langen, tiefen Atemweise und der Meditation fort.

Beitragsbild: Image by DarkWorkX from Pixabay

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