Die Vorwärtsbeuge: Unsere Kundalini-Yoga-Dezemberübung

Pflanzen und Tiere fahren im Winter ihren Stoffwechsel herunter; manche Tiere halten einen Winterschlaf. Menschen ergeht es ähnlich wie der Flora und der Fauna um sie herum. Sie werden müder und träger und das wirkt sich auf die Darmperistaltik aus. Laut Ayurveda gibt es drei Hauptenergietypen (Doshas): Vata, Pitta und Kapha. Bei den Menschen überwiegen ein oder mehrere Doshas und jede Jahreszeit hat ein dominierendes Dosha. Der Winter hat die Eigenschaften des Doshas Kapha. Die Eigenschaften von Kapha sind Kälte, Nässe, Schwere, Langsamkeit, Gleichmäßigkeit und Stille und die beherrschenden Elemente sind Wasser und Erde. Die Vorwärtsbeuge ist unsere Kundalini-Yoga-Dezemberübung, weil diese Körperstellung Darm und Bauchorgane massiert.

Yogaübungen im Winter

In jeder Jahreszeit neigen die Menschen dazu, die Eigenschaften einer der vier Jahresabschnitte anzunehmen. Das ist in einem gewissen Maße hilfreich und gesund. Ein Übermaß an Kapha kann Lethargie, Schwere, Schläfrigkeit und Melancholie verursachen und zu einer Winterdepression führen. Typische Erkrankungen in der Winterzeit sind mit starken Schleimentwicklungen verbunden und diese können mit Erkältungen, Husten, laufender Nasen und Stauungen in der Brust einhergehen. Ein zu starkes Kapha verlangsamt den Stoffwechsel und verursacht Verdauungsstörungen. Die Vorwärtsbeuge gleicht Kapha aus und stimuliert das Verdauungsfeuer. Lymphfluss und Darm werden angeregt.

Die Vorwärtsbeuge: Unsere Kundalini-Yoga-Dezemberübung

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Unsere Kundalini-Yoga-Asana des Monats ist eine der fünfzehn Haltungen, die in der Pradipika beschrieben sind. Die Hatha-Yoga-Pradipika ist bekannteste Grundlagenwerk des Hatha Yoga und das deutet auf die Wichtigkeit Vorwärtsbeuge hin. Das Werk wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts geschrieben und beinhaltet 643 Verse. Wahrscheinlich ist der Ursprung unserer Übung viel älter.

Die Vorwärtsbeuge ist unsere Kundalini-Yoga-Dezemberübungen und wir beschreiben zwei der im Kundalini-Yoga geläufigsten Arten. Es existieren nämlich unzählige Varianten der Vorwärtsbeugung. Die sitzende Vorwärtsbeuge heißt Paschimottanasana. Der Begriff leitet sich von drei Sanskrit-Worten ab: Paschima bedeutet „Rücken“, Uttana „strecken“ und Asana ist der „Sitz“ oder die „Haltung“.

Paschimottanasana, die sitzende Vorwärtsbeuge

Ausführung: Um in Paschimottanasana zu kommen, strecke deine Beine aus, ziehe die Zehen in Richtung Körper und schiebe die Fersen in den Raum. Ein nicht allzu dickes Kissen unter dem Steißbein kann deine Aufrichtung unterstützen. Atme ein, hebe die Arme und dehne die Wirbelsäule lang. Mit der Ausatmung beugst du dich aus der Hüfte heraus nach vorne. Ziehe den Nabelpunkt sanft nach innen. Bewege die Nase nicht zu den Knien. Der Bauch zieht in Richtung deiner Oberschenkel. Die Hände können auf dem Boden oder auf den Schienbeinen ruhen oder sanft die Zehen greifen. Der Nacken befindet sich in einer neutralen Position, die eine natürliche Verlängerung der Wirbelsäule ermöglicht. Atme lang und tief und entspanne Nacken und Schultern. Übe für ein bis drei Minuten.

Uttanasana, die stehende Vorwärtsbeuge

Man darf sich auch mal hängen lassen, und das ganz bewusst! Die gesündeste Möglichkeit hierfür ist Uttanasana, die stehende Vorwärtsbeuge. Die Übung ist besonders gut zum Stressabbau und zur Beruhigung des Nervensystems geeignet. Sie ist Teil der Sonnengruß-Sequenz.

Der Name stammt aus dem Sanskrit uttana, was „intensive Dehnung“ heißt und asana, was „Sitz“ oder „Haltung“ bedeutet. Der westliche Name für Uttanasana ist stehende Vorwärtsbeuge.

Ausführung: Begebe dich in die Bergstellung (Tadasana). Die Füße sind hüftbreit auseinander gestellt. Hebe Hände und Arme über den Kopf, wobei die Handflächen zueinander zeigen.

Strecke dich und beuge dich langsam vor, indem die Arme seitlich ausstreckst, während du dich nach unten beugst, oder du führst die Hände zu deinem Herzen und beugst dich mit geradem Rücken von den Hüftgelenken aus nach vorne.
Bringe deine Fingerspitzen auf den Boden (oder, je nach Beweglichkeit, auf die Schienbeine oder Knie). Länge deine Wirbelsäule und ziehe das Kinn in Richtung Hinterkopf. Ziehe Schulterblätter nach hinten und unten.

Löse die Spannungen in Kopf und Nacken vollständig und lasse den Kopf hängen. Atme lang und tief in den Rücken. Halte die Position bis zu zwei Minuten lang.
Erheben dich langsam beim Einatmen. Konzentriere dich darauf, Wirbel für Wirbel aus der Haltung herauszukommen. Hebe deinen Kopf als Letztes. Kehre in die Berghaltung zurück und halte einen Moment inne. Spüre dem intensiven Dehnungsgefühl nach.

Die Vorwärtsbeuge: Unsere Kundalini-Yoga-Dezemberübung – Nutzen der Übung

Die Asana dehnt den unteren Rücken und die rückwärtigen Beinmuskeln. Sie wirkt gegen Rückenbeschwerden und Steifheit. Auch die Knie werden gut durchblutet. Regelmäßiges Üben dieser Haltung führt zu mehr Flexibilität und es stärkt die Wirbelsäule. Die Übung löst Verspannungen im unteren und oberen Rücken und im Nacken. Vorwärtsbeugungen verbessern die Durchblutung der Nieren, des Darms, der Leber und der Bauchspeicheldrüse. So stärkt eine regelmäßige Übungspraxis das verdauungsanregende innere Feuer (Pita).

Vorwärtsbeugungen durchbluten den Kopf. Das unterstützt den Geist loszulassen und hält das Gehirn jung und vital.

Der Blutfluss im Beckenraum wird verstärkt und die Beckenorgane sind besser durchblutet. Für Frauen während der Schwangerschaft und nach der Geburt ist die Vorwärtsbeuge regelrecht heilend. In dem Falle bitte im Sitzen und sehr sanft üben.

Das Yogaset ‚Balancing the Depository System‘ enthält einige stehende Vorwärtsbeugen und die ‚Kriya for Elivation‘ beinhaltet sitzende Vorwärtsbeugen.





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