Der Weg des Yogas führt nach innen

Der Weg des Yogas führt nach innen. Noch ist es kaum vorstellbar, wie unser Leben aussähe, wenn wir 2/3 des Tages in uns selbst leben würden. Das ist das Maß des Yoga: Zwei Drittel des Tages im Inneren und ein Drittel des Tages im Äußeren zu leben.

Wenden wir uns einmal bewusst unserem Inneren zu. Es erscheint mir unerforscht, wie die Tiefen des Ozeans. Was passiert in uns? In uns ist unsere Wahrnehmung. Wir nehmen zuerst eine große Menge an Gedanken wahr. Einige können wir selbst produzieren, abfragen, lenken. Ein ganzer Schwarm von ihnen kommt ungefragt. Am besten, wir lassen sie vorüberziehen. Hier im Inneren, im „stillen Kämmerlein“, nehmen wir unsere Seelenwünsche wahr und entscheiden, nach welchen Werten und mit welchen Absichten wir in Zukunft leben wollen.

Der Weg des Yogas führt nach innen: die Stürme des Lebens

Und hier kleiden wir sie in Worte. Hier reagieren wir auf die Stürme des Lebens. Wir empfinden Gefühle, deren Ursache wir ergründen. In uns treffen wir Entscheidungen, denen wir mal mehr, mal weniger in aller Konsequenz in der äußeren Welt folgen. In uns finden viele Aspekte unseres Lebens statt. Unser Inneres ist in ständigem Austausch mit den Anforderungen der äußeren Welt.

„Der Grund für das Unglücklich-Sein ist, dass das Selbst das Selbst nicht wahrnimmt. Der Grund für das Glücklich-Sein ist, dass das Selbst das Selbst wahrnimmt.“

–Yogi Bhajan

Die Welt aber wird immer äußerlicher und wir werden vermehrt in ihren Strudel hineingezogen. Nicht nur die Werbewelten versuchen, unseren Geist in immer mehr Bereichen unseres Lebens zu erreichen. Auch viele Medien und Mails zielen vermehrt auf unsere innere Aufmerksamkeit. Für eine Sekunde unserer Aufmerksamkeit wird ein großer finanzieller und logistischer Aufwand betrieben.

Der Weg des Yogas führt nach innen: das Herz des Yogas

Wir entscheiden und wählen aus, wem oder was wir uns innerlich zuwenden. Besser, wir tun es bewusst. Wenn wir unsere innere Aufmerksamkeit an die schnellen, kurzlebigen Impulse der Moden und Marktschreier geben, haben wir unser Kostbarstes an Gedankenhülsen verschenkt. Was haben wir dafür bekommen? Wen haben wir hineingelassen in unser geistiges Reich?

Besser, wir halten unseren inneren Tempel aufgeräumt, frei von Abfall aller Art. Besser, wir erhalten uns den Platz in uns, an den wir uns zurückziehen können.

„Ich werde mein Bewusstsein nicht verkaufen. Mein Bewusstsein ist mein Gewissen,ist alles, was ich weiß von meinem Gott. Das erste Prinzip meiner Liebe zu mir selbst ist: ‚Ich bin nicht käuflich.’ “

~Yogi Bhajan

Aus dem Buch „Das Herz des Yoga“ von Sat Hari Singh, Allegria

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