Kundalini Yoga und Faszien

Unser Beitrag Kundalini Yoga und Faszien behandelt das Wissen um die Funktionsweise von Faszien. Die Faszien umgeben wie eine weißliche, fast durchsichtige Haut alle Muskeln. Sie umfassen die Muskelfasern, die Knochen und die Organe. Faszien umschließen Gefäße, Nerven, das Gehirn und das Rückenmark. Sie bilden Bänder, Sehnen und Gelenkkapseln.

Faszien stehen durch das sogenannte Fasziennetzwerk körperweit miteinander in Verbindung. Genau wie unsere Haut sind die Faszien in der Lage Temperaturunterschiede wahrzunehmen und auf Druck zu reagieren. Faszien bemerken Veränderungen der Körperbewegungen. Sie nehmen die Stellung des Körpers im Raum auf und sind schmerzempfindlich. Fas­zi­en haben die Aufgabe, dem Kör­per Halt zu geben, ge­schmei­di­ge Be­we­gun­gsabläufe zu ermöglichen und eine sanf­te Ver­schie­bung der Or­ga­ne zu gestatten.

Faszien und Rückenschmerzen

Auf dem Röntgenbild sind Verklebungen und Verletzungen der Faszien nicht zu erkennen. Dem Faszienforscher Dr. Robert Schleip nach sollen verklebte und verkrampfte Faszien eine der Hauptursachen für Rückenschmerzen sein. Nur 20 Prozent der Rückenschmerzen lassen sich auf eindeutige Ursachen wie Bandscheibenvorfälle, Wirbelabnutzungen oder Gleitwirbel zurückführen.

Faszienaufbau

Der Begriff „Faszie“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Band“ oder „Bündel“. Faszien müssen stabil, gleitfähig und elastisch zugleich sein und ihr Gewebe besteht aus Kollagen, Wasser und aus verschiedenen ‚Klebstoffen’ (Eiweiß, Zucker). Sie sind zwischen einem halben und drei Millimeter dick. Faszien verbinden und umhüllen sämtliche Teile des Körpers und fixieren diese.

Gesunde Faszien sind häufig wie ein sogenanntes Scherengitter angeordnet. Dieser besondere Aufbau der Faszien sorgt für die Beweglichkeit unserer Muskeln und Sehnen. Faszien benötigen regelmäßige Bewegung, um gesund zu bleiben und nicht zu verkleben. Verklebte Faszien schützen Muskeln, Gelenke und Knochen weniger vor Verletzungen und den Folgen von Fehlbelastungen. Bei übermäßiger Bewegung verkleben Faszien und ihre Gleitfähigkeit ist eingeschränkt. Obendrein reagieren die Nervenzellen auf verklebte Faszien: Sie melden Schmerzen.

Die Faszien als Wasserspeicher

Die Faszien speichern ein Viertel des Körperwassers, sie können damit Organe und Zellen versorgen und enthalten Lymph- und Abwehrzellen.
Der Wasseranteil im Bindegewebe nimmt im Alter ab und die Fasern können verfilzen. Dieser Prozess wird durch Bewegungsmangel beschleunigt.

Yoga – Tipps für die Fasziengesundheit

Wassertrinken

Bottle by Pixabay

Das Trinken von frischem Wasser regt die Durchblutung des Gehirns an und macht frisch und klar. Es unterstützt die Reinigungsprozesse des Körpers und stärkt den Kreislauf. Wassertrinken versorgt unser Bindegewebe mit Flüssigkeit und hält die Faszien gesund und elastisch.

Kundalini Yoga für geschmeidige Faszien

Der Vorteil bei Kundalini Yoga ist die vielfältige Bewegung und das lieben die Faszien. Ihre langen Bahnen werden durch wandelbare Bewegungsmuster gut gedehnt und versorgt. Es eigenen sich Yogasets, in denen unterschiedliche Yogahaltungen vorkommen. Positionswechsel, dehnende Asanas und auch Übungen die in Bewegung praktiziert werden, eigenen sich zur Faszienstärkung. Wichtig ist eine weiche und achtsame Praxis. Strebe keine Idealform an und achte bewusst auf deinen Körper.

Faszien und Ernährung

Food by Pixabay

Damit Faszien ihre vielfältigen Aufgaben erfüllen können, ist eine gute Ernährungsweise wichtig. Faszien brauchen langkettige Kohlehydrate. Weißbrot oder Süßes sind damit nicht gemeint (kurzkettige Kohlenhydrate). Haferflocken, Reis, Vollkornbrot, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Vollkorngetreide und einige Obstsorten sind gesund.

Gesunde Fette fördern die Struktur der Faszien. Die nervenstärkenden Omega-3-Fettsäuren findet man in Leinöl, Walnussöl und Rapsöl. Auch Olivenöl, Nüsse und Avocado stärken unsere Faszien.

Faszien besitzen einige Charakteristika, sie sind extrem reißfest und äußerst elastisch. Kollagen und Elastin sind Struktureiweiße, die den Faszien zu diesen besonderen Eigenschaften verhelfen. Das Gewebe benötigt Proteine für sein Wachstum, seine Regeneration und Heilung.

Versorge dich am besten mit Hülsenfrüchten wie Linsen, Bohnen, Soja, Lupinen oder Erbsen. Nüsse enthalten Eiweiß. Sesam wird vor allem zur Ölgewinnung angebaut und bestehen aus 17,7 Gramm Eiweiß je 100 Gramm. Urgetreidesorten wie Quinoa oder Amarant sind hochwertige Proteinlieferanten und sorgen für starke und gesunde Faszien.

Meditation und Faszien

Hand by Pixabay


Faszien sind das größte Sinnesorgan des Menschen und sie sind in der Fläche größer als die Haut. Sie bilden in ihrer Gesamtheit das entscheidende Organ für die Körperwahrnehmung. Die Funktionen der Faszien werden vom vegetativen Nervensystem gesteuert.

Äußere Reize auf unseren Organismus werden über die Nervenendigungen in den Faszien weitergeleitet. Der Sympathikus setzt Botenstoffe frei. Botenstoffe führen zu einer Mobilisierung von Energiereserven und einer erhöhten Leistungsbereitschaft. Ein Teil der Faszien gerät bei Dauerstress und einem zu geringen Gegenspiel des parasympathischen Teil des Vegetativums in einen Kampf-oder-Fluchtzustand. Verspannungen, Verklebungen und Schmerzen sind die direkte Folge.

Meditare bedeutet übersetzt nachsinnen. Das Meditieren hilft dem Körper und dem Geist, sich zu beruhigen. Man kann mithilfe von Meditationen lernen, Stressbilder und Gedankenspiralen loszulassen. Lenke die Aufmerksamkeit auf etwas Neutrales. Das kann der Atem sein, ein Mantra oder eine Bewegung. Im Kundalini Yoga finden wir eine Vielzahl an unterschiedlichen Meditationen. Letztendlich haben alle eine positive Wirkung auf das vegetative Nervensystem. Meditationen sorgen für seine Ausgeglichenheit. Meditationen und der beruhigende, lange und tiefe Atem wirken auf das Fasziengewebe ein und sorgen für seine Entspannung.

Buchtipps
Robert Schleip, Johanna Bayer: Faszien-Fitness. Vital, elastisch, dynamisch in Alltag und Sport. Paperback, 224 Seiten. 3. Auflage Riva-Verlag 2015. ISBN 978-3-86883-483-3. 19,99 Euro.

Peter Schwind: Faszien – Gewebe des Lebens. Das geheimnisvolle Netzwerk des Körpers und seine Bedeutung für unsere Gesundheit. Gebunden mit Schutzumschlag, 240 Seiten, circa 20 farbige Fotos und Abbildungen. Irisiana 2014. ISBN: 978-3-424-15259-3. 19,99 Euro.

Audiotipp
Deutschlandfunk Kultur

3 Gedanken zu „Kundalini Yoga und Faszien

  1. FASZIO®

    Yoga für die Faszien schafft Gesundheit, denn der Zustand der Faszien ist ausschlaggebend für die Qualität von u.a. Stoffwechselprozessen, Immunsystem und Reaktionsvermögen. Stärkt die Persönlichkeit, denn wer sich zutraut, seine Komfortzone zu verlassen, entdeckt seine Fähigkeiten und vermeintlichen Schwächen. Entwickelt Ausstrahlung, da die Emotionen sich über die Faszien nach außen wieder spiegeln.

    Um eine Kundalini Yoga Stunde optimal auf die Bedürfnisse der Faszien auszurichten, macht es Sinn, sich etwas mehr mit dem aktuellen Wissen über die Faszien zu beschäftigen und zu lernen, wie man einzelne Übungen anleitet und ausführt, um z.B. Elastizität oder Stabilität zu trainieren. Aber auch Fragen wie „Wo muss ich individuell Anpassungen vornehmen?“ und „Wann kann es zu viel werden?“ werden behandelt, um selbstverantwortlich die eigene Bewegungspraxis faszial auszurichten. Das Motto ist: „Wisse was zu tust, dann kannst du machen was du willst!“

    Um eine optimale Fasziengesundheit zu erzielen, benötigen die Faszien folgende Fähigkeiten:

    ⇒ Dehnfähigkeit – Fasziales Netz aufspannen und Faszienleitbahnen ausgleichen
    ⇒ Elastizität – Katapulteffekt und Bewegungsenergie effizient nutzen
    ⇒ Geschmeidigkeit – Bewegungskompetenz erweitern und Abläufe harmonisieren
    ⇒ Lösende Techniken – Hydrationsfluss aktivieren und Einschränkungen beseitigen
    ⇒ Propriozeptive Kraft – Eigenwahrnehmung und Reaktionsfähigkeit schulen
    ⇒ Regeneration – Körperzellen vitalisieren und Erholung finden
    ⇒ Stabilität – Fasziale Zentralleitbahn stärken und Kraftübertragung optimieren

    Im Kundalini Yoga bedient man sich unbewusst schon vieler dieser Strategien in unterschiedlicher Intensität. In unserer Fortbildung bekommst du viel Wissen über Faszien und wie man sie am effektivsten anspricht. Außerdem Praxisbeispiele zur präzisen, faszialen Ausführung der Kundalini-Asanas. Hier ist wichtig zu wissen, welcher Gewebetypus Du bist. Denn ein gut funktionierendes Fasziennetzwerk erhöht die Lebensqualität, hält Körper und Geist gesund und macht glücklich! Termine findet man unter http://www.faszio.de!

    Außerdem sind folgende Bücher sehr empfehlenswert:

    Meinl, Daniela: Das große Faszien-Yoga Buch: Das fasziale Netz gezielt in die Yoga-Praxis integrieren
    Oellerich, Heike/Wessels, Miriam: Faszientraining

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  2. Dagmar Völpel

    … und außerdem enden in den Faszien Energiebahnen (Meridiane), die z.B. in der Akupunktur angesprochen werden. Damit ist möglicherweise das Fasziennetz der Träger unseres feinstofflichen Energiesystems und wird über Kundalini Yoga direkt angesprochen.

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