Yogi Bhajan: Von der Schönheit des Yogaunterrichtens

Wir sorgen uns um unsere Beziehungen, wir sorgen uns um morgen, wir sorgen uns um gestern, für sorgen uns um richtig oder falsch, wir sorgen uns um eine Million Dinge. Aber um eine Sache sorgen wir uns nie. Wir wachen niemals morgens auf und fragen unsere Seele: ‚Bist du bei mir?’                                               ~Yogi Bhajan, 15. März 1992

Einige von euch, die hier vor mir sitzen, werden eines Tages großartige Lehrer*innen des Wassermannzeitalters werden. Du musst aber verstehen, dass du zuerst deinen Charakter aufbauen musst. Sorge für dich,  gehe freundlich mit dir um, habe Mitgefühl mit dir selbst.  So musst du es machen.                                                      ~ Yogi Bhajan, 23. April 1997 

Du hast Angst vor der Zukunft: ‚Soll ich Yogalehrer*in werden? Werde ich verarmen? Werde ich hungrig sterben? Wird mein*e Liebste*r mich verlassen?   Da, da, da, da, da, da, da da, da, da, da.’  Denke stattdessen einfach: ‚Gott hat mich bis hierher begleitet und mich hergeführt, ich nehme das an.’ Gib Gott eine Chance zu wirken und nimm wahr, was passiert.  ~ Yogi Bhajan, 25. April 1997

Der Eid des/der Kundalini-Yoga-Lehrer*in

©Teg Gian

Lasst uns den Eid einer/s Kundalini-Yoga-Lehrer*in sprechen: ‚Ich bin keine Frau. Ich bin kein Mann. Ich bin keine Person. Ich bin nicht ich selbst. Ich bin ein/e Lehrer*in.’  Die Idee hinter diesem Eid ist die Reinigung des Kanals und die Verbindung mit dem Himmlischen. Du schließt deine Augen, konzentrierst dich auf das Ajna Chakra, das Agya Chakra oder das Dritte Auge und singst dreimal: „Ong Namo Guru Dev Namo.“  Das nennt man  Nadi-Soodna-Kriya. Nadi bezeichnet die Gesamtheit der Kanäle,  Soodna meint ihre Vervollkommnung und Kriya ist die Aktion.   

Das Ziel ist simpel: Wir geben den Menschen ganz wahrhaftig genau das, was wir haben. Promote weder dich selbst noch irgendetwas, was den Schüler*innen gerade passt.  Schenke ihnen das, was ihnen dient und sie aufrichtet.  Teile die reine Technik mit ihnen und keine Emotionen.  Wenn es eine bittere Pille ist, dann lasse sie bitter sein.

Stärke die wahre Kraft deiner Schüler*innen

Es ist falsch, wenn ein Lehrer nur unterrichtet, um seinen Schülern zu gefallen. Du solltest unterrichten, um deine/n Schüler*in aufzubauen, ihn/sie zu fördern, damit der/die Schüler*in seine/ihre innere Wirklichkeit erfahren kann, um seine/ ihre Persönlichkeit zu stärken und um ihn/sie aufzufangen. Du hast diese Fähigkeit. Mittels der Kundalini-Yoga-Lehre hast du ein perfektes Tool, die wahre Kraft einer Person zu stärken. Suche nicht nach Zuspruch und Beliebtheit.

Im Kundalini Yoga  initiieren wir niemanden. Wenn ein Mensch sich nicht selbst initiieren kann, dann können wir ihm nicht weiterhelfen. Es ist die Beschaffenheit der Schüler*innen und ihrer Gedanken, die Beschaffenheit ihrer Wahrnehmung, ihrer Projektion, ihres Verhaltens und ihres eigenen Lebens, das zählt.  Wenn du sprichst, schaust, hörst, gehst,  wenn du also aktiv bist, kreierst du einen Aspekt deines Lebens, der wiederum etwas bewirkt. Pavan-Energie, Prana-Energie, Paramathma-Energie, Gott – wir haben eine besondere Kraft in uns. Wir sind wie Blütenknospen, die ihren Duft erst dann entfalten, wenn sie aufblühen. (….)

Wie du  von deinem Unterrichten profitierst

Wenn du Menschen auf reine Weise berührst und erhebst und sie eigene Erfahrungen machen lässt, dann werden sie dir immer dankbar sein. Sie werden es genießen, weil sich ihre Wahrnehmung verbessern wird. Vergrößere die Wahrnehmung der Menschen! (….)

Kundalini-Yoga ist für Menschen gemacht, die mitten im Leben stehen. Es ist kurz, es ist präzise, es ist perfekt! Es ist erfahrbar. Ein Hatha Yogi benötigt 22 Jahre, um eine Position zu vervollkommnen. Wenn er eine Haltung gemeistert hat, dann ist das großartig. Er benötigt aber 22 Jahre hierfür, 24 Stunden am Tag totale Konzentration.  (….)

Heutzutage haben wir keine Zeit. Gib deinen Schüler*innen eine Erfahrung in drei Minuten. (…) Lass sie die Erfahrung machen. Wenn das Einströmen  beginnt, erfahren die Menschen eine Erweiterung ihrer selbst.  Diese Wahrnehmung wirkt stärkend, ihr Leben wird  glücklicher und im Gegenzug wirst du als Lehrer/in davon profitieren.  (…)

Erfahre den Himmel in dir

Du musst nicht erst in den Himmel kommen, du kannst schon jetzt den Himmel auf Erden erfahren. Du kannst das Licht in dir wahrnehmen und Erfüllung im Hier und Jetzt genießen. Die elektromagnetische Psyche trifft auf das elektromagnetische Feld  und die Dinge werden zu dir zu kommen.   Es ist wichtig, jedes Geschenk mit einem Gebet auszugleichen.  Du hast vielleicht schon gesehen, dass ich jedes Geschenk, egal, wie gut oder schlecht es ist, auf den Altar lege.  Morgens zur Gebetszeit spreche ich: ‚Durch deine Gnade, Gott, ist dieses Geschenk zu mir gekommen. Ich weiß nicht, was ich Dir sagen soll, Gott, aber der Glaube ist da, erfülle Du diesen Glauben.’  Das ist die Realität: Du als Yogalehrer*in bist das Medium und nicht die Bestimmung deiner/es  Schüler*in. Halte dich an diese Regel.  Du wirst sehr glücklich werden. ~Yogi Bhajan, 23. März 1990    

Wenn du ein/e Lehrer*in bist, dann beachte folgende Punkte: Enttäusche dich selbst nicht.      Enttäusche niemand anderen. Beteilige dich nicht an der Enttäuschung anderer. ~Yogi Bhajan, 3. August 1996                                                                     

Stress kommt nicht von außen. Stress entsteht, wenn der äußere Druck von deiner inneren Intelligenz nicht erfasst und überwunden werden kann. ~Yogi Bhajan, 10. April 1980

4 Gedanken zu „Yogi Bhajan: Von der Schönheit des Yogaunterrichtens

  1. Andrea

    Ich habe den Text gelesen und Dankbarkeit für meine Lehrerin gespürt, die mich wunderbar im Kundalini Yoga begleitet…

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