Yoga und der Pfingstgedanke

Es hat den Anschein, dass die Gräben zwischen den verschiedenen Religionen und Religionsgemeinschaften in einigen Teilen dieser Welt immer größer werden.  Aber anstatt Brücken zu bauen, wird im Namen eines spaltenden Gottes gemordet, vergewaltigt und unterdrückt. Als einer der Gründe wird die scheinbare Bekämpfung der Ungläubigen genannt. Doch das Göttliche existiert in allen und in allem.

Guru Nanak sagte:

Guru Nanak

Guru Nanak

Suche in den Veden, in den Puranas und den Simritis, im Mond, in der Sonne und den Sternen: Er ist der Eine. Gottes Wort äußert sich in jedem. Er selbst ist unwandelbar. Er hört nie auf zu existieren.  Er spielt Sein Spiel mit absoluter Macht.  Sein Wert kann nicht geschätzt werden, Seine Tugenden sind unbezahlbar. In jedem Licht findet sich Sein Licht. Der Herr selbst hält das Gewebe des Stoffes, aus dem das Universum gemacht ist. Alle Zweifel werden durch die Gnade des Gurus vertrieben.  Oh Nanak,  dann hat er uneingeschränkten Glauben an Ihn (Guru Granth Sahib Ji, S. 294).

Eine solche Sichtweise auf einen alles beseelenden Gott kommt nicht nur in den östlichen Religionen und Philosphien vor

 ©music4life, pixabay.com

©music4life, pixabay.com

Das Christentum zum Beispiel widmet sein wichtiges und erstes Fest dem Gedanken, dass der sogenannte Heilige Geist, der zu Pfingsten empfangen wurde, die Anhänger Jesu befähigte, sich mit allen Menschen zu verständigen und nicht nur mit ihrem eigenen Volk, den Juden. Sie kommunizierten über Ländergrenzen hinweg. Die Anwesenden sprachen in Zungen, waren inspiriert und dadurch viel mutiger. Sie konnten heilen.
Der Geist des Göttlichen bewegte nicht nur die Priester, die besonders Frommen oder ein bevorzugtes Volk. Der göttliche Geist berührte jeden, die Menschen waren gleichgestellt. Zu Pfingsten haben alle sich verstanden und nur so kann Verständnis entstehen. Vielleicht geschah vor 2000 Jahren ein erstes Aufleuchten des Wassermannzeitalter: Verstehe, der andere bist du!

Zeit der Transformation
Darüber hinaus ist Pfingsten auch ein Fest der Transformation und des Übergangs in einen anderen Wesenszustand. Transformation und Inspiration, das ist letztendlich auch Wunsch und Erfahrung vieler Yogis und Yoginis. Die Transformationskräfte in uns bewirken, dass sich das Herzzentrum tatsächlich öffnen kann und nicht nur eine schöne Idee ist, dass wir uns aus dem Wollen in das Sein verwandeln können. Vielleicht fällt der ein oder andere in alte Muster zurück, wenn er oder sie von dem Leben geprüft wird. Transformation ist ein Prozess. Doch die Erinnerung an diesen besonderen Zustand bleibt und wirkt stärkend nach.

Wandlungskräfte in der Natur

©hesnikof, pixabay.com

©hesnikof, pixabay.com

 

Um die Pfingstzeit herum sind in unseren Breitengraden die Transformationskräfte Frühling in all ihrer Fülle und Schönheit wahrnehmbar. Der Winter und der Tod, sie haben sich in das Leben umgewandelt. Nun sind die Samen, die versteckt im Boden schliefen, erblüht und offenbaren sich in all ihrer Kraft und Anmut.

Ein Mantra für Gruppenbewusstsein
Hammi Ham Brahm Ham

Übersetzung: Dieses Mantra kommt oft im Weißen Tantrik Yoga zum Einsatz und wird dort immer mit „We are one and we are God“ übersetzt.

Bedeutung: Das Schöne dieser Übersetzung ist, dass es sich hierbei um eine Manifestation von Gruppenbewusstsein handelt. Gruppenbewusstsein erfahren in einer lebendigen Gemeinschaft (Sangat), ist in der Lage uns näher zu Gott bzw. Gottesbewusstsein zu bringen.
„Gruppenbewusstsein ist der nächste Schritt vom individuellen Bewusstsein zum Gottesbewusstsein.“
~ Yogi Bhajan

Wirkung: Das Mantra hilft uns wahrzunehmen, dass wir alle göttliche Wesen sind und alle miteinander verbunden sind.

(Quelle: „Mantras im Kundalini Yoga in der Tradition von Yogi Bhajan“, zusammengetragen und editiert von Sat Hari Singh)

Gebet des heiligen Augustinus
heiliger-Geist-180x138Atme in mir, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges denke!
Treibe mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges tue!
Locke mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges liebe!
Stärke mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges hüte!
Hüte mich, du Heiliger Geist, dass ich es nimmer verliere!

 

(Quelle:  Gebet des heiligen Augustinus und Verständigungsaspekt des Pfingstfestes aus dem Pfingstbrief von Willem Wittstamm)

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.