Über die Fähigkeit zu geben

Emotionalität versus Intiution
Im Leben des Menschen gibt es drei ihn herausfordernde Fragen:
1. Wie verbringt er seine Zeit?
2. Was hält die Zukunft für ihn bereit?
3. Wie erledigt er die schwierigen Aufgaben seines Lebens?

Meistens können wir Menschen uns vor Emotionen kaum retten,  unsere Intuition versagt und wir wissen nicht, was morgen geschehen wird. Wir wünschen uns daher, dass uns jemand führt.  Eigentlich benötigen wir keine Leitung.  Führung können wir zum Beispiel im Siri Guru Granth Sahib (heiliges Buch der Sikhs) finden. Die Essenz des Buches ist: Es gibt weder Himmel und noch Hölle, es gibt weder Schuld und noch Sinnlosigkeit.  Alles, was ein Mensch zu tun hast, ist, sich selbst gegenüber Sinn zu machen.

Das Leben ist sehr kreativ. Immer wieder wird dein Mut herausgefordert. Das ganze Leben läuft auf die eine Frage hinaus: Wirst du deine Würde aufs Spiel setzen oder nicht? Und wenn du sie aufs Spiel setzt, wirst du das für dich oder für jemand anderen tun?

Gott ist in dir
Das entscheidest du ganz alleine, denn es gibt keinen Gott außerhalb deiner selbst. Wenn du deine Augen eines Tages für immer schließen wirst, dann wird Gott seine Augen ebenfalls für immer schließen. Dein Gott beginnt mit dir, er geht mit dir durch das Leben und er endet mit dir. Aber du lebst nicht danach. Du fühlst Schuld. Daher kannst du niemals einfach nur du selbst sein. Was ist also zu tun? Rette dich vor dir selbst und lasse die Schuld los.

baba-bir-singh-jis-langarAus diesem Grund sind wir zusammen, bilden wir eine Gemeinschaft, eine Familie. Wir können es gemeinsam anpacken. Geben ist der einzige Weg. Gib nicht nur denjenigen, die etwas wollen, gib auch denjenigen, die nicht danach fragen. Werde ein(e) Gebende(r). Gottes Fähigkeiten und deine Fähigkeiten werden sich angleichen und das ist absolut göttlich!

Dayndaa day lainday t’hak paa-eh. “Du, großer Gebender, beschenkst uns weiterhin, wir sind müde schon vom Nehmen.“ (Japji Sahib, 3.Pauri, Guru Nanak, ).
Wie vielen Menschen hast du freudvoll von deinem Brot abgegeben? Wie oft hast du den Mut gehabt, dich mit jemandem hinzusetzen und deine Nahrung mit dieser Person zu teilen. Wir sprechen gerne über Gott, über himmlische Sphären, über Yoga, bla, bla, bla… Was hast du gelernt? Wie viele Menschen hast du umarmt, mit wie vielen Kindern hast du gespielt? Du suchst nach einem Liebeserlebnis, du benötigst jedoch eine Lovestory mit der Natur, der Prakirti.

Kreativität
Im Leben gibt es Herausforderungen. Wie viel Süße ist in dir und was von dieser Süße bist du bereit zu teilen?  Wie oft bist du mit anderen eins geworden? Wie viel Nähe hast du zugelassen? Wie entspannt bist du, wenn jemand einen Fehler macht? Wo sind deine Freundlichkeit und dein Mitgefühl?

Wir benötigen kreative Ergänzungen in unseren Leben, um mehr Frieden und inneres Gleichgewicht erfahren zu können. Wir brauchen eine beständige Wahrnehmung der Wirkung des zehnten Körpers,  damit wir beschützt sind. Der Subtilkörper muss uns das intuitive Selbst geben, damit wir wissen, was auf uns zukommen wird. Wir sollten täglich in Kontakt mit anderen Menschen und freundlich zueinander sein, damit wir eine wunderbare Aura aufbauen können.

Wenn jemand hingefallen ist, dann sollten wir ihm aufhelfen. Wenn jemand untergeht, dann sollten wir ihn wieder in die Höhe heben. Wenn jemand hungrig ist, dann sollten wir ihn füttern. Wenn jemand unglücklich ist, dann sollten wir mit dieser Person tanzen. Man kann etwas tun und dieses Etwas ist ein Teil von uns.

Das Leben ist wie ein wunderschönes und ausgezeichnetes Pferd, dass wir vekrüppeln, indem wir es durch unnötige Probleme, sinnlose Abhängigkeiten und nutzlose Sachen hindurchreiten. Doch wir glauben, dass Gott das alles macht. Wenn Gott tatsächlich für alles verantwortlich ist, was beunruhigt dich dann?
Was wir aus unserer Heiligkeit gewinnen ist Intuition. Wir können rechtzeitig wahrnehmen, was geschehen wird, wann also ein Ablauf begonnen hat und was die Konsequenzen sein werden. Wenn wir aber nicht im Fluss sind, dann wissen wir das alles nicht.

Du hast es in der Hand
Erinnerst du dich an die Momente, als du zum Yoga kommen wolltest, aber du konntest dich nicht überwinden? Erinnerst du dich an die Momente, als du morgens zum Sadhana aufstehen wolltest und du konntest das nicht tun? Als du jemanden wirklich lieben und ihm/ihr dienen wolltest, aber es ging einfach nicht? Man kann dieses Unvermögen loswerden, indem man seinen Willen so stark, klar, durchscheinend und positiv macht, dass ein ‚Ich-kann-nicht‘ einfach nicht mehr existiert. Wir haben eine große Behinderung, die nennt sich: ‚Ich-kann-nicht‘. Und letztlich ist das ‚Ich-kann-nicht‘ wie eine Erkrankung, die unsere gesamte Zielstrebigkeit auffrisst.
Alle Probleme auf diesem Planeten entstammen diesem ‚Ich-kann-nicht‘. Die Bestimmung, das Dharma, entgleitet einem.

Die Dinge werden sich nicht ändern, wenn du sie nicht änderst.  Veränderung geschieht durch das göttliche Selbst, das in dir ist. Das Göttliche in dir ermöglicht Hingabe. Deine innere Wirklichkeit macht Erkenntnis möglich. Das ist die generelle Regel der Prakirti und es ist das götttliche Gesetz. Purkha (das, was IST) und Prakirti (die Urmaterie) werden sich niemals ändern, du must dich ändern.  Der physische Körper ist sterblich, außer ihm gibt es neun weitere Körper, insgesamt sind es also zehn Körper.  Das ist die Wirklichkeit. Du musst lernen,  jeden dieser zehn Körper so zu lieben wie du deinen physischen Körper liebst.  Das Gesetz der Prakirti ist, dass der sich eines Tages auflösen wird.
‚Jo upjo sobinsay – derjenige, der geboren wurde, muss sterben.‘ Die anderen Körper jedoch können dich dabei unterstützen, jung, frisch und schön zu bleiben. Der physische Körper wurde dir gegeben, so dass du dienen kannst. Erkenne, dass es neun weitere Körper gibt, das nennt man den Pfad des Dharmas.  Es ist deine Entscheidung, ob du dem folgst. Wenn du dich dem Rhythmus des Lebens hingibst, dann löst sich das ‚Ich-Kann-Nicht‘ auf.
~ Yogi Bhajan, Auszüge eines Vortrags, 4. September 2001, Española, Neu Mexiko

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