Logik der Depression 2. Teil – Umgang mit Erkrankten

Yogi Bhajan sagte schon in den 90iger Jahren des letzten Jahrhunderts voraus, dass Depressionserkrankungen eines Tages zu den Geißeln der Menschenheit gehören würden. Diese Voraussage wurde leider sehr eindrücklich durch eine weltweit durchgeführte Studie der WHO („Global burden of disease“) bestätigt. Depressive Störungen gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten Erkrankungen. Hochrechnungen haben zudem ein in den nächsten Jahren weiter zunehmendes Auftreten von Depressionsleiden ergeben.
In dem ersten Teil unseres Berichts beschrieben wir die Logik der Depression: In einer Studie des Rheingold Instituts im Auftrag des Naturmedizinherstellers Pascoe gingen Psychologen der Frage auf den Grund, was in Depressiven wirklich vorgeht – und wie Angehörige, Mediziner und Pharmazeuten angemessen auf sie reagieren können.

In dem zweiten Teil des Berichts geht es um den Umgang mit Erkrankten. Die Hinweise wurden anhand der Studie von einem Psychologenteam des Rheingold Instituts entwickelt. Was hilft wirklich? Ein an einer Depression erkrankter Mensch benötigt viel Geduld. Man sollte den Hinweisen daher mit Achtsamkeit, Einfühlungsvermögen und Zartgefühl nachkommen und immer wieder überprüfen, ob eine Verhaltensweise angebracht ist.
Was den Erkrankten hilft, eignet sich ebenso zur Prävention einer Depression. Wenn man die Empfehlungen in der eigenen Lebensführung beherzigt, dann kann man diesem Leiden vorbeugen. YogalehrerInnen können in ihren Kursen immer wieder darauf hinweisen, dass zum Beispiel Pausen im Alltag oder die Dankbarkeit für die kleinen Momente des Lebens et cetera gesundheitsfördernd wirken.

Sieben Tipps für Begleiter, Angehörige und Freunde

1. Motiviere den / Betroffene(n), Pausen zu machen.
Ein häufiger Grund für Depressionen kann ein hektischer Alltag sein. Das Nervensystem ist geschwächt, Probleme werden ausgeblendet und tauchen an anderer Stelle möglicherweise in grotesker Vergrößerung wieder auf. In den Alltag eingebaute Momente der Ruhe, der Besinnung und der Selbstreflexion geben Raum zum Auftanken. Hilfreich sind ausgedehnte Pausen, freie Tage und Momente des Nichtstuns.
„Statt zu sagen: Sitz nicht einfach nur da – tu irgendetwas, sollten wir das Gegenteil fordern: Tu nicht einfach irgendetwas – sitz nur da.“ ~ Thich Nhat Hanh

2. Nimm dem Betroffenen den Druck, perfekt sein zu müssen
Es ist sehr wichtig, Betroffene in ihrem Leiden ernstzunehmen. Gleichzeitig kann man vielleicht helfen, zu große Ansprüche herunterzuschrauben. Betroffenen kann vermittelt werden, dass die Akzeptanz und Anerkennung anderer nicht von der Erfüllung selbstgesteckter Ziele abhängig ist.
„Niemand kann dir ohne deine Zustimmung das Gefühl geben, minderwertig zu sein.“ ~ Eleanor Roosevelt

3. Hilf dem Erkrankten, gefühlte Niederlagen anders zu kanalisieren
Hilf dem Betroffenen, einen anderen Umgang mit erlebten Niederlagen zu entwickeln. Ermutige ihn, sich aktiv zu wehren oder Verluste und Niederlagen nicht einfach hinzunehmen, sondern zu betrauern. Überlegt gemeinsam, ob Probleme eingeschränkt werden können: Ist das Erlebte wirklich so schlimm? Geht es anderen nicht genau so? Relativierungen helfen, den Gedanken „Ich krieg wieder alles ab!“ aus dem Kopf zu kriegen.
„Der größte Ruhm im Leben liegt nicht darin, nie zu fallen, sondern jedes Mal wieder aufzustehen.“ ~ Nelson Mandela

4. Öffne den Blick für kleine Momente
Für Außenstehende ist es häufig belastend, wenn Depressive nur um sich selbst kreisen. Hilfreich sei es, sich empathisch mit dem Betroffenen mitzudrehen, raten die Wissenschaftler, ihm aber auch dabei zu helfen, den Blick für anderes zu öffnen. Zeige ihm, was in seinem Leben alles schön ist. Die Depression sorgt dafür, dass gewisse Teile ausgeblendet sind. Sorge behutsam dafür, dass erfreuliche Momente wieder wahrgenommen werden.
„Am Regenbogen muss man nicht Wäsche aufhängen wollen.“ ~ Friedrich Hebbel

5. Vereinbare kleine Schritte
Der Anspruch, schnell gesund zu werden, erzeugt häufig neue Einschränkungserlebnisse. Erwarte nicht gleich das große Ding. Ein Spaziergang oder ein gemeinsamer Besuch einer Veranstaltung können schon erste kleine Schritte sein. Dinge, die für gesunde Menschen selbstverständlich erscheinen, sind große Aufgaben für die Betroffenen. Habe Geduld und vereinbare kleine Schritte, die zu einer Behandlungsperspektive führen.
„Bewahre mich vor der Angst, ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nicht das, was ich mir wünsche, sondern das, was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.“ ~Antoine de Saint-Exupéry

6. Brich das „Alles-oder-Nichts“-Prinzip auf
Was ist wirklich wichtig, was nicht? Damit der Betroffene den gefühlten Berg an unbezwingbaren Aufgaben aus dem Weg räumen kann, braucht er Hilfe bei der Priorisierung. Hilf ihm zu überlegen, von welchen Aufgaben oder Ansprüchen er sich kurz- und langfristig verabschieden kann und will. Es gilt, das „Alles-oder-Nichts“ Prinzip aus seinem Kopf zu kriegen.
„Alles oder Nichts? Alles ist nichts, Nichts ist nicht Alles!“ ~Friedrich Löchner

7. Entwicklung ist ohne Scheitern nicht möglich
Es mag abgeleiert klingen, aber in jeder Krise steckt eine Chance. Nach einer schweren Trennung bleibt die Erkenntnis, dass dieser Typ Mann nichts für einen ist. Kauft man aus Versehen einen verschimmelten Joghurt, lernt man daraus, beim nächsten Mal auf das Haltbarkeitsdatum zu schauen. Für die Betroffenen ist es wichtig zu erkennen, dass jede erlebte Beschränkung eine Möglichkeit zur Weiterentwicklung bietet, während Perfektion sie nur in die Erschöpfung treibt. Nur mit der „Erlaubnis“, auch mal scheitern zu dürfen, können sie wieder Aufgaben übernehmen, ohne Angst vor der Verantwortung haben zu müssen.
„Wie oft sind es erst die Ruinen, die den Blick freigegeben auf den Himmel.“ ~Viktor Frankl

Jim Carrey leidet unter Depressionen – sein Mittel gegen diese
schwere Erkrankung sind Spritualität und der weitgehende Verzicht auf Drogen.
Hier findest du Auszüge aus dem folgenden Video:
Meine Seele ist nicht in meinem Körper enthalten,
sondern mein Körper ist ein Teil der Grenzenlosigkeit meiner Seele.
Alles, was von dir bleibt, ist das, was in deinem Herzen war.
In jedem von uns ist eine Stille, die so ausgedehnt ist wie das Universum
und wenn wir diese Stille erfahren, dann wissen wir, wer wir sind.
Wir sind nicht die Avatare, die wir kreieren, sondern wir sind das Licht, das
durch uns hindurchscheint.
Unsere Augen sind nicht nur Beobachter, sondern sie projizieren unseren inneren Film.
Ängste spielen eine Rolle im Leben, aber du kannst entscheiden wie sehr. Wir machen uns
Sorgen um die Zukunft, aber das, was wirklich zählt, ist das, was in diesem Moment geschieht.
Du darfst das Universum um das bitten, was du dir wirklich wünschst.
Keine Religion, aber der Glauben und das Vertrauen, keine Hoffnung, aber der Glauben, der wird dich unterstützen. Du bist fähig und bereit, wunderschöne Dinge auf dieser Welt zu machen.
Du hast immer nur diese Wahl: Liebe oder Angst. Wähle die Liebe und lasse die Furcht sich niemals gegen dein verspieltes Herz wenden.

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