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Yogi Bhajan: Verhaltensmuster ändern durch Meditation

Die meisten unserer alltäglichen Handlungsabfolgen geschehen automatisch beziehungsweise unbewusst. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Autofahren: ein Fuß befindet sich auf dem Gaspedal, der andere Fuß ist ganz entspannt. Das Auto vor einem bremst plötzlich ab und der gerade noch relaxte Fuß spannt sich an und bedient die Bremse. Das ist eine automatische Reaktion, die ohne Zutun unseres Bewusstseins geschieht. Der Reflex der Füße zeigt an, dass das Unterbewusstsein gut trainiert ist, es ist empfindsam und achtsam und es übernimmt die Regie. Einige Menschen sind so gut trainiert, dass sie automatisch, also unbewusst, beschleunigen, wenn die Ampel vor ihnen auf Gelb springt. Das Unterbewusstsein will ein Abbremsen vermeiden, das Beschleunigen vor der gelben Ampel ist somit zu einer vom Unterbewusstsein gesteuerten Gewohnheit geworden.

Das Unterbewusstsein motiviert 60 Prozent unserer Handlungen. 25 Prozent unserer Handlungen werden durch Vorurteile, Vorlieben und Vorhaben stimuliert. Nur 15 Prozent aller Handlungen kann am als ‚bewusst’ bezeichnen. In uns existiert so etwas wie eine Alarmnatur. Die Alarmnatur ist ein unterbewusstes Muster, das dich warnend innehalten lässt, wenn du dabei bist, eine Handlungsabfolge zu starten. Sie warnt dich vor den Folgen deiner Handlung. Ein anderes Wort für Alarmnatur ist Intuition. Intuition ist nichts anderes als ein einer Handlung vorgeschalteter Alarm, sie sensibilisiert dich für die Folgen jeder beliebigen Handlung.

Dein inneres Glück gründet auf deiner Fähigkeit, deinen Geist zu trainieren und den Anteil deines Unterbewusstseins an deinen Handlungen anzuerkennen und zu nutzen. Deine Taten müssen abgesichert sein, denn jedes Tun hat Folgen und du bist letztendlich für diese verantwortlich!

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Wir existieren in Mustern; der Intellekt bringt Gedankenwellen hervor, die Gedankenwellen verwandeln sich in Emotionen. Gedankenmuster gehören zum Intellekt, mit jedem Gedankenmuster geht ein emotionales Muster einher, das jeweilige emotionale Muster hängt mit einem Muster des Verlangens zusammen, dieses wiederum wird von einem Handlungsmuster begleitet und jedes Handlungsmuster bezieht sich auf ein Objekt. Zwischen Intellekt und Objekt geschieht also einiges, es geschieht immer wieder und dieses Geschehen unterliegt keiner Kontrolle.

Man kann auf zwei Arten damit umgehen. Sollte ich zum Beispiel eine Bank ausrauben oder sollte ich meinen Wunsch nach einem Bankraub loswerden? Für einen Yogi oder eine Yogini ist das ganz leicht. Er oder sie setzt sich hin und geht folgendermaßen mit dem Verlangen um. Er oder sie fragt sich: Okay, welche Bank soll es denn sein? Warum? Wer macht mit? Während er oder sie das denkt, zerschneidet er oder sie seinen/ihren Wunsch, indem er oder sie mit Hilfe seines/ihres Atems beispielsweise ein Bij Mantra chantet. (Bij Mantra, Sanskrit: बीजमन्त्र bīja-mantra: Samen-Mantra, Keimsilbe; Mantra, das nur aus einer Silbe besteht. Bījmantras werden besonders im Kundalini Yoga genutzt. Quelle: Yogawiki)

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Während einer Meditation chantest du dein Bij – Mantra mit jedem Ein- und Ausatmen. Lass deine Gedanken währenddessen frei laufen.
Was immer während dieser Zeitspanne zu dir kommt, wird dich für immer verlassen. Es kann nicht bei dir bleiben. Der yogische Atem ist da, er fließt ein und aus, du kannst zum Beispiel das Mantra SA TA NA MA nutzen. Der Yogi oder die Yogini wird hindurchgehen und sein/ihr Gedankenmuster loslassen.

Das wird dich sehr klar und glücklich machen. Du kannst diese Technik an jedem beliebigen Wunsch ausprobieren; du wirst das jeweilige Verlangen loslassen. Es gibt zwei Wege im Leben: Entweder weißt du, wie du dein instinktives Muster der Wunscherfüllung kontrollieren kannst oder du musst dein Verlangen befriedigen. Nicht alle Wünsche können in Erfüllung gehen, das weißt du. Was kannst du also tun? Der einzige Weg ist, dass du lernst, wie du deine Muster gegenchecken kannst.

Es gibt zwei erfolgreiche Vorgehensweisen, um unerwünschte Gedanken aufzulösen. Entweder verwirklicht man den Gedanken oder man nimmt ihn mit in die Meditation, egal wie negativ der Gedanke auch sein mag. Er wird niemals verschwinden, wenn er sich im Unterbewusstsein befindet, dort verwandelt er sich zu einer negativen Blockade. Er wird wiederkehren und er wird dich verfolgen. Solch ein Gedanke ist quälend und du kannst ihn mithilfe von Meditationen für immer eliminieren.

Je mehr du etwas blockierst, desto mächtiger wird es. Daher ist alles, was wir weggeschlossen haben, tatsächlich ziemlich gefährlich. Aber wenn du durch das Japa (meditative Wiederholung) das Tapa (Hitze) generierst, dann kannst du die Gedanken kommen lassen, meditiere aber weiterhin auf dein Mantra. Das befreit dich für immer von dem negativen Gedanken und es ist der erfolgversprechendste Weg.

Erst erschaffst du deine Gewohnheiten und dann erschaffen deine Gewohnheiten dich. Das ist eine sehr alte Redensart.
Yogaschüler: Ich habe gehört, dass eine schlechte Gewohnheit immer durch eine gute Gewohnheit ersetzt werden muss.
Yogi Bhajan: Nein, zuallererst musst du dich selbst neutralisieren. Wenn du etwas ernten möchtest, dann musst du als erstes den Boden vorbereiten.
Yogaschüler: Wie kannst du eine gute Gewohnheit herausbilden?
Yogi Bhajan: Durch Meditation. Verbrenne erst deine unerwünschten Muster und dann kannst du sie ersetzen. Du hast die Wahl.

Auszüge aus einem Vortrag von Yogi Bhajan, gehalten am 20.11.73 in Los Angeles, CA.

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