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Yoga und Füße

Wir Menschen sind die einzigen Lebewesen, die durchgehend auf zwei Beinen laufen. Der aufrechte Gang ist unser besonderes Kennzeichen! Um jedoch auf zwei Beinen laufen zu können, benötigen wir Füße, die das Vermögen haben, unser gesamtes Körpergewicht zu tragen und sich darüber hinaus flexibel  allen Wachstumsprozessen, eventuellen Schwangerschaften, sportlichen Ambitionen und  sonstigen Veränderungen anzupassen. Wir brauchen Füße, die gut mit unseren Gehirnen vernetzt sind, damit wir die unterschiedlichen Untergründe, auf denen wir laufen, angemessen wahrnehmen und entsprechende Reaktionen zeigen können. Der Fuß ist also ein starker und gleichzeitig hochsensibler Körperteil.

Selbst wenn wir nicht laufen, bedürfen wir unserer Füße. Autofahren, Schwimmen und Klettern wären ohne unsere Füße gar nicht oder nur unter erschwerten Umständen möglich. Mit Hilfe unserer Füße zeigen wir Standvermögen oder können flüchten. Unsere Füße tragen uns zu unseren Zielen.

Foto: ©Von Ospied.svg: *Ospied.jpg, wikicommons

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Anatomie
Jeder Fuß besteht aus den Fußwurzelknochen (inklusive Fersenknochen), dem Mittelfuß und aus den fünf freien Zehen. Im Mittelfuß sind fünf Knochen vorhanden, die Ballen des Fußes gehören gleichfalls zum Mittelfuß. Spannend ist, dass dein Fuß etwa so lang ist wie dein Unterarm.

In jedem Fuß befinden sich 26 Knochen und 33 Gelenke, die von 100 Bändern zusammengehalten werden. 20 Muskeln und die dazugehörigen Sehnen sorgen für einen guten Stand und für angemessene Bewegungen. Bei den Fußmuskeln unterscheidet man zwischen der Muskulatur des Fußrückens, der Fußsohle sowie des Großzehen- und Kleinzehenballens. Die über Gelenke miteinander in Verbindung stehenden Knochen des Fußes werden auch über die Unterschenkelmuskulatur bewegt. Die Last des Körpers wird von den Großzehen, den Kleinzehen und den Fersen getragen.

Foto: © Free-Photos, pixabay

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Wir muten unseren Füßen einiges zu
Die meisten Menschen sehen Füße als Vehikel an, die selbstverständlich stets gut zu funktionieren haben. Vielen ist es außerdem wichtig, schicke Schuhe zu tragen, die aber oftmals unbequem und zu eng sind. Stundenlanges Sitzen oder Stehen und zu schweres Tragen ist sehr belastend für die Füße. Außerdem mögen es Füße nicht, wenn man übermäßig lang auf harten Böden läuft.

Die Füße können es einem überdies übelnehmen, wenn man sie vor dem Sport nicht aufwärmt. Kein Wunder also, dass so mancher Fuß bei solch einer Behandlung zu schmerzen beginnt und dass das Gehen oder Laufen als anstrengend, ja, manchmal sogar als unerträglich empfunden wird.

Foto: ©FeeLoona, pixabay

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Die Füße kleiner Kinder sind beweglich und lebendig
Am liebsten laufen Kleinkinder barfuß. Bestätigt man kleine Kinder in ihrem guten Fußgefühl, dann akzeptieren diese nur Schuhe, die eine gute Passform haben, nicht zu schwer sind und in denen sie sich gut bewegen können. Eine angenehme Wahrnehmung des Fußes hat eindeutig Vorrang vor hübschem Aussehen. Doch wir Größeren verstecken unsere Füße in Socken, Nylonstrümpfen und engen Schuhen und wundern uns, wenn sie schwitzen, schmerzen und uns mit Hornhäuten und Hühneraugen quälen.

Füße, Beine, Beckenboden
Die Füße bilden den Anfang vieler Muskelkette. Stehen die Füße schief, so folgt daraus zwangsläufig eine Belastung der Knie, der Hüftgelenke und des Beckenbodens. Bei Beckenbodenproblemen sollte man daher immer auch an die Füße zu denken. Diese sind sehr oft Ausgangspunkt für ein Ungleichgewicht der Beinmuskulatur, die wiederum unsere Körperhaltung und Aufrichtung bestimmt und somit großen Einfluss auf das Becken nimmt.

Indem man die Füße mit Öl oder Ghee massiert, werden Rauheit, Steifigkeit, Trockenheit, Müdigkeit und Taubheit sofort beseitigt; Zartheit, Stärke und Festigkeit der Füße werden gefördert; auch das Sehen wird klarer und Vata wird beruhigt. ~ Charaka Samhita, Sutrasthana 5, 90-92

Foto: ©andreas160578, pixabay.com

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Füße und Ayurveda
In unseren Händen und Füßen enden viele tausend Nadis (Kanäle, durch die unsere physische und subtile Lebensenergie fließt). Aus diesem Grunde richten ayurvedische Ärzte/innen ihr Augenmerk ganz besonders auf die Füße. Sind die Füße kalt, so deutet das auf eine Vatastörung hin, ein Brennen der Füße lässt auf zu viel Pita schließen und Fußödeme sind ein Hinweis auf eine Kaphastörung.  Erklärung der Eigenschaften von Vata, Pitta, Kapha.
Um den Tag loszulassen, sich zu erden und für einen gesunden Schlaf rät der Ayurveda, die Füße abends warm zu baden, gut abzutrocknen und zu massieren. Hierfür kann man zwei Esslöffel Ghee (wirkt kühlend) oder zwei Esslöffel Öl erwärmen. Eine schöne Anleitung für eine Fußmassage von der Ayurveda Therapeutin Doris Bachmann findest du hier: Fußmassage für Gesundheit und Wohlbefinden

Foto:© pixabay.com

Foto:© pixabay.cFüße und Yoga

Fußyoga
Eine Praktik des Bhakti Yoga ist die Verehrung der Füße. Diese Art der Ausübung wird Padsevanana genannt (der Dienst am Fuß).  Padasevanana kann auf vielerlei Weisen praktiziert werden.  Man kann die Füße seiner Schüler*innen oder die Füße des/der Lehrers/in waschen. Im weiteren Sinn bedeutet Padasevana, dass die Welt wie die Füße Gottes ist. Indem man seine Aufgaben in der Welt erledigt, dient man den Füßen des höchsten Seins. fusschakrenAuf jeder Fußsohle bilden sich die Hauptchakren ab und eine Fußbehandlung kann diese harmonisieren. Das Wurzelchakra befindet sich am unteren Teil der Ferse, das Herzchakra im Ballenbereich, das Kronenchakra im oberen Teil der Zehen. Die Füße stehen mit dem ersten Chakra (Wurzelchakra) in Verbindung.

 

Für ein authentisches Sein verbinde deine Füße mit der Erde und deinen Kopf mit dem Himmel. ~Yogi Bhajan 

Übungen

Die Fußschaukel
Finde einen guten Stand und richte dich gerade auf. Füße und Beine bilden eine Linie mit den Hüftgelenken. Belaste deine Füße gleichmäßig, indem du deine großen Zehen, die kleinen Zehen und deine Fersen in den Boden drückst. Löse den Druck etwas und beginne nun auf deinen Füßen nach vorne zu schaukeln: Du hebst deine Fersen vom Boden ab. Dann verlagere dein Körpergewicht nach hinten auf die Fersen und hebe die Zehen vom Boden. Schaukle auf diese Weise ein paar Mal auf deinen Füßen vor und zurück.
Nutzen: Die Übung schult das Gleichgewicht, lässt die Fußmuskulatur arbeiten und stärkt eine gesunde Bewegungsform der Füße.
Quelle: Sporthochschule Köln, Dr. Ingo Froböse

Der Fußkreisel
Finde einen guten Stand und richte dich gerade auf. Füße und Beine bilden eine Linie mit den Hüftgelenken. Belaste dein linkes Bein und deinen linken Fuß und hebe deinen rechten Fuß. Die Zehen berühren den Boden. Mache große Kreise mit dem Fuß, erst von innen nach außen drehen, dann in die andere Richtung kreisen. Es bewegt sich das ganze Bein vom Hüftgelenk her. Das Körpergewicht ruht auf dem Standbein, das kreisende Bein ist fast völlig entlastet, es dient nur dazu, große Bewegungen auszuführen. Wiederhole die Fußkreisel mit dem linken Fuß.
Nutzen: Durchblutet und flexibilisiert das Fußgelenk und trainiert die Fußmuskulatur, stärkt eine gesund Bewegungsform der Füße.
Quelle: Sporthochschule Köln, Dr. Ingo Froböse

Dehnen der Fußfaszien
Stütze dich mit deinen Händen an einer Wand ab. Die Arme sind gerade. Strecke das rechte Bein gerade nach hinten aus. Strecke es vollständig. Das linke Knie ist leicht gebeugt. Beide Füße haben Bodenkontakt von den Fersen bis zu den Zehen. Achtung: Beide Füße müssen genau in Richtung Wand stehen! Mindestens zwei Minuten dehnen, dann Seitenwechsel.
Nutzen: Dehnt die extrinsische Fußmuskulatur und das dazugehörige Bindegewebe. Die extrinsische Fußmuskulatur besteht aus den Muskeln, die ihren Ursprung außerhalb des Fußskeletts haben, d.h. den Unterschenkelmuskeln, die über ihre langen Sehnen Einfluss auf die Statik des Fußes nehmen.
Quelle: Die Liebscher und Bracht Schmerztherapie

Der Fersensitz
Im Fersensitz liegen Ober- und Unterschenkel übereinander und deine Fußsohlen berühren dein Gesäß. Die Waden liegen an der Rückseite der Oberschenkel an. Das Körpergewicht verteilt sich zwischen Knien und Fußgelenken. Die Übung dehnt die Faszien der Knie, der Fußrücken und des vorderen Teils der Fußgelenke. Massiere schmerzende Körperstellen und die beide Fußgelenke. Du kannst hierzu die ayurvedische Amritanjan-Salbe nutzen.

Tipps

Fußreflexzonenmassage
Barfuß gehen
Barfuß Yoga üben
Ruhepausen für müde Füße
Falls möglich, mehrmals täglich die Füße kurz hoch legen
Gesunde Füße gehören in gesunde Schuhe.

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