©mardais, pixabay.com

Leben

Leben. Du schlägst dich irgendwie durch, du lebst. Nicht jeder lebt so, als ob das Leben ein Geschenk ist. Gott hat uns Menschen erschaffen. Und wenn Darwins Theorie wahr ist, dass wir uns im Laufe der Evolution aus den Reptilien herausgebildet haben, zu Affen wurden und uns dann allmählich zu den Menschen entwickelten, die wir heute sind, dann ist das Reptil immer noch in uns und es wird niemals ganz verschwinden. Oder aber es gilt die Theorie der Moslems, dass Gott sprach und alles geschah und erschaffen wurde. Letztendlich macht Gott viele Dinge auf unterschiedliche Arten und Weisen und was immer er tat, das tat er. Die Frage ist jedoch, was ist heute? Wir sind JETZT hier, ob wir nun Reptilien in Körpern von Menschen sind oder alles einfach so geschah, wir müssen unsere Leben heute leben.

Das Leben ist ein Prozess
Wie die Erde, so hat das Leben eine eigene Achse und auch eine ihm zugehörige Umlaufbahn. Wenn du annimmst, dass dein Leben dein Eigentum ist, dann wirst du immer eine arme, unglückliche und unerfüllte Kreatur bleiben, egal, wie religiös du bist. Weil du verstehen musst, dass die Kraft des Lebens nicht DU bist. Gott ist nichts als reine Energie, Gott ist nichts weiter als das Selbst, das auf die Suche gehen muss. Dieses Augenpaar, das dir geschenkt wurde, kann nicht nur die Plakatwand vor dir lesen, sondern diese Augen können auch erkennen, WER durch sie hindurchschaut. Diese Ohren können den Klang wahrnehmen, der auf ihr Trommelfell trifft und können ihn durch das Gehirn übersetzen lassen, aber die Ohren können außerdem hören, WER in dir trommelt. Diese Zunge kann Gutes oder Schlechtes, Negatives oder Positives sprechen, sie kann verleumderisch oder wertschätzend sein. Du kannst ihre Absicht wahrnehmen und erkennen, was das Ziel deines Lebens ist: Es ist das Göttliche und nicht die Zeit und der Raum.

Armut und Reichtum
So lange ein Mensch nur der Zeit und dem Raume dient, ist er arm. Reich ist nicht derjenige, der alles besitzt, sondern derjenige, der die größte Reichweite hat. Wenn das Endliche ein Teil der Unendlichkeit wird und die Endlichkeit die Unendlichkeit würdigt, das nennt man Yoga. Yoga ist   die Wissenschaft der Vereinigung der Endlichkeit mit der Unendlichkeit. Einige Yogis sagten: „Lasst uns alles aufgeben.“ Andere Yogis vertraten die Meinung: „Lasst uns alles nehmen.“ Einige Yogis behaupteten: „Du solltest die Philosophie kennen.“ Andere verkündeten: „Praxis ist Wissen.“ Einige sagten: „Seva (selbstloses Dienen) ist der einzige Weg. Sei demütig und diene.“ Andere wiederrum erklärten: „Nein, nein, du solltest über allem stehen und dich durch nichts berühren lassen.“ Es gab also viele Philosophien und Leitsätze, die eine vermeintlich richtige Herangehensweise vorschrieben und die Menschen wiederrum zwangen sich diese Regelungen selbst auf. Schließlich kam die Zeit, in der Guru Nanak lebte.

Über die Fähigkeit, Gegensätze zu vereinen
Nanak war ein ‚Udasi’ (einer, der Desinteresse an weltlichen Dingen hegt), ein Heiliger und ein Guru. Nach langen Überlegungen vertrat er die Auffassung, dass der Mensch die Fähigkeit zur Macht und ebenso den Willen zur Demut in sich entwickeln muss. Der Begriff Raj-Yog entstand während dieser Zeit; du solltest ein königliches Leben führen und gleichzeitig sehr heilig in deinem Handeln sein. Darauf folgte das Konzept des Kriegers, der gleichzeitig ein Heiliger ist, das gab es vorher nirgendwo. Du musst wie ein Krieger handeln und zugleich die ganze Angelegenheit wie ein Heiliger bedenken, imaginieren und abwickeln. Das sind sehr wichtige Aspekte. Guru Nanak sagte, es ist ein schlechter Einfall, arm sein zu wollen, du kannst alle Reichtümer dieser Welt besitzen, aber es ist eine sehr schlechte Idee, von ihnen abhängig zu sein. Er lehrte, die Unabhängigkeit in der Abhängigkeit zu bewahren. Er vermittelte das Wissen, dass Wohlstand etwas Feines ist, dass man viele andere mit der Hilfe des eigenen Wohlstandes unterstützen und ihnen zu ihrem Glück verhelfen kann. Das sollte man tun. Seine Lehren waren sehr direkt, sehr ehrlich, sehr menschlich. Er glaubte nicht daran, dass wir mit dem Kopf nach unten hängen oder uns an einen Baum binden sollten oder ein Feuer um uns herum anzünden und darin schwitzen sollte. Er lehrte uns keine Dinge, die Menschen normalerweise praktizieren, um ihre Grenzen auszutesten.
~ Auszug aus einem Vortrag von Yogi Bhajan, 8. Oktober 1989, Espanola, NM

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>